Zum zweiten Adventszauber hatte das Staßfurter Stadt- und Bergbaumuseum am Sonnabend geladen. Etlichen Hobby- und Berufskünstlern konnte an diesem Tag über die Schulter geschaut werden.

Staßfurt l Dicht an dicht drängen sich die Menschen durch die Gänge des Staßfurter Stadt- und Bergbaumuseums. Jeder will einen Blick erhaschen. Neben Tischen auf denen allerlei Gestricktes, Getöpfertes, Bemaltes und Designtes zu sehen ist, arbeiten Künstler vor den Augen der Besucher. Gleich am ersten Präsentationstisch staut es sich. Schmuck aus Glas zieht die Neugier so mancher Frau auf sich. Aber auch Männer bleiben interessiert stehen. Vielleicht, weil sie noch ein hübsches Geschenk für ihre Liebste suchen?

Eine Traube bildet sich am Werktisch von Judith Balfanz. Das Geräusch eines Brenners dringt hindurch. Die 48-Jährige aus Kalbe/Milde nimmt einen Glasstab, hält ihn über den Brenner und zieht die glühende, weiche Masse über einen Edelstahlstab, den sie langsam hin und her dreht. Gleichzeitig erklärt sie den Neugierigen, was sie neben Perlen und Glasschmuck noch so alles anfertigt. Die Liste ist lang. Judith Balfanz näht, malt und mit Holz arbeitet sie auch. Neben der Künstlerin steht Eberhard Rohde. Er zeigt seine handgemachten Räuchermänner.

Nur wenige Schritte weiter bleiben die nächsten Besucher stehen. Sie beobachten, wie Helmuth Röber aus Holzstücken kleine Tiere schnitzt. Giraffe, Pferd, Elefant und Co. sind vor ihm positioniert. Der 69-jährige Staßfurter berichtet, während aus einem Holzstück Späne für Späne ein Zebra wird, dass er das seit nunmehr 40 Jahren mache. Schon sein Großvater hätte geschnitzt, und seine Enkelin tut es auch schon. Mehr als 200 Figuren habe er bereits gefertigt. Einmal habe er sogar Kastagnetten für Friedericke von Krosigk geschnitzt.

Neben Helmuth Röber arbeiten Heidi Kolatsch und Doris Balke mit Ton. Daneben wiederum wird gestrickt und gehäkelt. Eine Etage höher sitzt Wolfgang Weißleder und bemalt Weihnachtsbaumkugeln. Rote mit Gold und Blaue mit Weiß. Bunt mag er es nicht, erzählt er. In den zwei Jahren seiner Altersteilzeit habe er mehr als 200 Kugeln bemalt. Aber sein eigentliches Hobby sei die Malerei. Leinwände mit Motiven der Bodestadt zieren an diesem Tag die Wände des Gebäudes.

Im Museum ist Bewegung. Besucher kommen und gehen. Die Kinder verschwinden zumeist im Keller. Nicht etwa, weil sie böse waren. Vielmehr soll ihnen eine Freude bereitet werden. Im Keller sind Basteltische aufgebaut. Als die kleine Lena Werner dort gerade zu einem Stift greift, um zu malen. Schallt es plötzlich "Ho-Ho-Ho" durch das Gewölbe. Lena schaut von ihrem Blatt herauf und in der Tür steht tatsächlich der Weihnachtsmann. "Hast Du ein Gedicht für mich, hab ich ein Geschenk, denk ich", nuschelt der Rotwams in seinen langen weißen Bart. Klar hat Lena und stimmt erfurchtsvoll ein Lied an. Zur Belohnung darf sie in den Geschenkesack des Weihnachtsmannes greifen. In einem der hintersten Kellerräume des Museums sitz Ruth Kube. Abgesehen von einer Stehlampe und einigen Teelichtern ist es stockdunkel. Ruth Kube beginnt zu lesen. Die Geschichte von den Igeln und dem Weihnachtsmann zieht die Steppkes in der ersten Reihe völlig in ihren Bann.

In der ersten Etage des Museum bereiten sich derweil die Mitglieder des Posaunenchors der landeskirchlichen Gemeinschaft auf ihren Einsatz vor. Sie werden, im Gegensatz zu den Damen des Hohenerxlebener Frauenchores, die den Adventszauber im Museum eröffneten, den Tag ausklingen lassen.

   

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