Es war wieder einmal ein Höhepunkt der Weihnachtszeit: Das Chorsingen in der Hecklinger Basilika zum vierten Advent. Das mittlerweile Tradition gewordene gemeinsame Konzert des Frauen- und des Männerchors.

Hecklingen l Den Anfang des Konzerts machten die Damen mit Titeln wie "Sind die Lichter angezündet" und weiteren Liedern, die die strahlende Basilika in eine weihnachtliche Atmosphäre versetzte. Alle Bänke waren voll besetzt, sogar auf der Empore genossen Hecklinger die tolle Aussicht in das farbige Kirchenschiff.

"Die Proben in der Vorweihnachtszeit sind eine Herausforderung"

Frauen- und Männerchor berichten von einem vollen Probenplan in der Vorweihnachtszeit. "Viele Auftritte ballen sich zur Weihnachtszeit", erklärt Chorleiter der Frauen Bernd Krafczyk im Volksstimme-Gespräch. Von der Weihnachtsfeier im Pflegeheim bis zum Chorkonzert sei alles dabei gewesen. "Immerhin fangen wir erst im Oktober oder November an, für die Weihnachtszeit zu proben. Da ist es schon eine Herausforderung, das hinzubekommen", erklärt die Chorleiterin der Männer Katrin Bornschein.

Glücklich über das vergangene Jahr sind beide Chöre. Die Männer mit aktuell 20 singenden Mitgliedern sind besonders stolz auf den Weinabend und den Seemannsabend, für den sie maritime Klänge einstudierten. "Wir haben sogar Good Night Lady gelernt", erzählt der Sänger Reinhard Hoffmann. Das englische Singen ging laut Chorleiterin Katrin Bornschein sogar recht gut. Sie, die eine Ausbildung als Chorleiterin gemacht hat und zu den Proben jedesmal von Frose nach Hecklingen kommt, konnte "ihren Jungs" auch ein paar flotte, neue Lieder ins Repertoire packen. "Lieder aus aller Welt, zum Beispiel ein spanisches Liebeslied haben wir einstudiert", sagt sie. Sie selbst wirkte beim gemeinsamen Singen beider Chöre als Sängerin mit und überzeugte das Publikum mit einer glasklaren Gänsehaut-Stimme. Die Mitglieder des Frauenchors blicken auf den Tag des offenen Denkmals, das Frühlingsansingen, Singen in sozialen Einrichtungen und ihr Oktoberkonzert zurück. "Außerdem haben wir eine CD mit Weihnachtsliedern aufgenommen, bei der viele Chöre des Salzlandkreises vertreten sind", freut sich Heidemarie Hoffmann. Im Gegensatz zu den Herren, die im Jahr 2011 Mitglieder verloren haben, konnten sich die Damen mit zwei Neuzugängen auf die Zahl von 23 Mitgliedern mausern. "Frauen tun sich auch leichter im Singen, sie haben eher einen Faible fürs Singen als die Männer", beobachtete Chorleiterin der Männer Katrin Bornschein.

"Schichtarbeit und Montage machen den Chören zu schaffen"

Beiden Chören mache aber die schwierige Arbeitssituation der Mitglieder zu schaffen: "Viele arbeiten im Schichtsystem oder fahren auf Montage. Da ist es unheimlich schwer, dass alle regelmäßig zum Proben da sind. Manchmal fängt man dann nach einer gewissen Zeit wieder von vorn an", erklärt Reinhard Hoffmann. Dass sich die Sänger und Sängerinnen trotz dieser Organisationshürden, die eigentlich jedes Hobby verhindern würden, trotzdem zusammenfinden, erklärt Bernd Krafczyk enthusiastisch so: "Man muss eine absolute Leidenschaft dafür haben! Sonst geht es nicht."

Und was war peinlich im Jahr 2011? Chorleiter der Frauen Bernd Krafczyk schämt sich nicht, über eigene Patzer zu sprechen: "Wenn man als Chorleiter vorn steht und den Ton falsch anstimmt oder den richtigen Ton gar nicht findet, das ist schon peinlich", sagt er und verzieht dabei immer noch das Gesicht.

Dennoch, wie das Adventskonzert ist das Singen mit anderen Chören immer ein Höhepunkt. In Frose fanden sich drei weitere Chöre mit den Hecklinger Männern zusammen und die Akustik sei atemberaubend gewesen. "Die Chöre müssen in Zukunft zueinander finden. Sie müssen sich zusammentun, denn bei jedem Chor werden die Mitglieder immer weniger", sagt Reinhard Hoffmann. Die Zusammenarbeit müsse auch 2012 weiter forciert werden.

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