Pfarrer Christfried Kulosa verlässt die Hecklinger Pfarrstelle. Bereits in einer Woche wird er in Magdeburg sein. Die vakante Stelle in Hecklingen muss "aushilfsweise" vertreten werden.

Hecklingen l Am 1. Januar 2012, in gut einer Woche, wird Pfarrer Christfried Kulosa bereits in Magdeburg sein. Wie seit längerem im Ort bekannt, wird er die evangelische Pfarrstelle in Hecklingen verlassen und nach Magdeburg-Cracau gehen. Dort übernimmt er eine Pfarrstelle, für die er sich beworben hatte. Damit wechselt er auch von der Evangelischen Landeskirche Anhalts zur Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Christfried Kulosa dankte seiner Gemeinde jüngst für die Zusammenarbeit. So manches Konzert, so manche Veranstaltung habe er hier geleitet. "Es wird sicher noch die eine oder andere Träne geben, vor allem bei meiner Frau", sagte er gegenüber der Volksstimme. Abschiedsschmerz sei bei ihm persönlich noch nicht aufgekommen, sagte er über den Abschiedgottesdienst, den er am Sonnabend vergangener Woche in der Basilika hielt. Bei diesem sei die Kirche gut besetzt gewesen. Auch bei einer letzten Kaffeerunde im Stadtsaal kam eine Menge Bürger, um Lebewohl zu sagen. Im Kirchenbote schreibt Kulosa, er habe mit seiner Familie hier Wurzeln geschlagen und schöne Erfahrungen gemacht, Beziehungen und Freundschaften seien entstanden.

Als Gründe für den Wechsel führt er zwei Dinge an: Zum einen finde er es gut, dass an den Pfarrstellen ab und zu mal ein Wechsel stattfindet, damit sozusagen "frischer Wind" in die Gemeinden kommt.

Auf der andere Seite klang auch ein bisschen Enttäuschung an. "Ich hatte doch das Gefühl, dass, wenn man bestimmte Erwartungen hat und diese nie erfüllt werden, man sich irgendwann wund reibt", sagte der scheidende Pfarrer gegenüber der Volksstimme.

"Im Freundeskreis werde ich bleiben und so den Kontakt halten"

Ebenso heißt es im Kirchenboten der evangelischen Gemeinde in der Ausgabe Dezember 2011 und Januar 2012: "Auch haben mir manche Bemühungen - zum Beispiel um getaufte Kinder und ihre Familien oder um bürgerschaftliches Engagement für die Basilika - gezeigt, dass sich meine Stimme ein Stück abgenutzt hat und vermutlich ein Nachfolger, eine Nachfolgerin neue Potenziale in den Gemeinden wecken kann", schreibt Kulosa dort. Ebenso sagte er zum Chorkonzert in der Basilika am vierten Advent, es stimme ihn doch etwas "wehmütig, dass zum Freundeskreis fast keiner dazugekommen ist" und dass "unter den 35 Mitgliedern des Freundeskreises nicht einmal 20 Hecklinger sind". Er forderte die Gemeinde nochmals zu mehr Engagement hinsichtlich der Basilika auf.

Die Bemühungen um die Basilika prägten seine Arbeit in Hecklingen: Noch heute sind seine Arbeiten innerhalb des "Freundeskreises Basilika Hecklingen e.V." zu dem Bauwerk auf der Webseite www.hecklingen.de einsehbar. "In dem Freundeskreis werde ich auch bleiben und so den Kontakt zu Hecklingen halten", so Kulosa beim Adventskonzert.

Seit dem Sommer versuchte er auch, ein Team von Ehrenamtlichen aufzustellen, das die Betreuung des Gotteshauses zu seinen Öffnungszeiten sicherstellt. Ein kleiner Kreis aus Freiwilligen hat sich auch gefunden. Weiterhin hätten sich das Chorkonzert am vierten Advent sowie die Veranstaltung zum "Tag des offenen Denkmals" unter seiner Leitung zur Tradition entwickelt, lobte ein Chormitglied den Pfarrer jüngst.

13 Jahre war Christfried Kulosa in Hecklingen. Dabei führte er nicht nur in der Basilika durch Gottesdienste, sondern auch in der evangelischen Gemeinde Leopoldshall in Staßfurt und in Neundorf. Er wurde 1963 in Zeitz geboren und ist in Bleicherode im Südharz und in Bernburg aufgewachsen, so eine Mitteilung der Evangelischen Landeskirche Anhalt. Dort heißt es auch, er wollte ursprünglich Architektur studieren und absolvierte nach der Bausoldatenzeit eine Ausbildung zum Augenoptiker. Von 1987 bis 1993 studierte er schließlich in Halle und Basel Theologie. Seine Frau Dagmar Kulosa trug als Organistin zur Gottesdienstgestaltung bei und hat eine Kleinkindergruppe und die Kindergottesdienstarbeit in der Gemeinde Hecklingen aufgebaut.

Da die Familie schon ab 1. Januar 2012 in Magdeburg sein wird, werden die Pfarrstellen zunächst nur vertreten, bis ein neuer Pfarrer gefunden ist. Letzteres soll laut Evangelischer Landeskirche bis zum zweiten Halbjahr 2012 passieren. Die Vertreter werden für Neundorf der Güstener Pfarrer Arne Tesdorff, für Staßfurt Renate Lisock aus Plötzkau und für Hecklingen Kreisoberpfarrer Karl-Heinz Schmidt sein.