Zu Weihnachten bereiteten private Sponsoren und die Staßfurter Tafel rund 65 Bedürftigen der Stadt eine Freude. Gleiches tat Oberbürgermeister René Zok in den Kindertagesstätten.

Staßfurt l Bereits Freitagmittag hatte die Staßfurter Tafel 65 Bedürftige der Stadt zum traditionellen Weihnachtsessen in den ehemaligen "Kaiserhof" an der Bodebrücke eingeladen.

Möglich wurde das nur durch die Spende eines Staßfurter Autohauses. Parallel dazu überreichten Mitarbeiter eines großen Staßfurter Chemiebetriebes den Familien kleine Geschenke.

"Auf die Frauen, Männer und Kinder wartete an diesem Tag ein leckerer Entenbraten mit Rotkohl."

"Auf die Frauen, Männer und Kinder wartete an diesem Tag ein leckerer Entenbraten mit Rotkohl", sagte Tafel-Chefin Irene Häntsch und verwies darauf, dass diese Einrichtung der Stadt zu den Feiertagen geschlossen blieb. "Wir sind erst wieder am Dienstag da", sagte Häntsch, die sich mit insgesamt zwölf Mitarbeitern, davon teilweise auf ehrenamtlicher Basis, beziehungsweise in Form eines Ein-Euro-Jobs, um die Sozialschwachen der Stadt kümmert.

Häntsch bedauerte es, dass sich Landrat Ulrich Gerstner (SPD) und Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) zum Jahresausklang nicht blicken lassen hatten. "Darüber sind wir ein bisschen enttäuscht. Die damalige Landrätin Heike Brehmer und Ex-Bürgermeister Martin Kriesel waren immer da", sagte die Tafel-Chefin.

Der Oberbürgermeister wies diese Kritik inzwischen zurück. Wenn man ihn eingeladen hätte, wäre er auch gekommen, sagte Zok der Staßfurter Volksstimme.

Die Zahl der Tafelbesucher hat sich im zu Ende gehenden Jahr stabilisiert. Wie Häntsch sagte, werde die Einrichtung, die vom Verein für Integration, Beschäftigung und Soziales aus der Lutherstadt Eisleben betreut wird, täglich von rund 30 Sozialschwachen zum Mittagessen aufgesucht. Darüber hinaus werden täglich rund 40 Beutel mit Lebensmittelspenden ausgegeben.

Letztere sind nach Einschätzung von Irene Häntsch ständig zurückgegangen, denn die Bereitschaft der Supermärkte, Lebensmittel für die Bedürftigen bereit zu stellen, hat spürbar nachgelassen.

Der Oberbürgermeister, sein Stellvertreter im Verhinderungsfall Hans-Georg Köpper und die Leiterin des Fachdienstes für Schule, Jugend und Kultur, Ina Siebert, begaben sich kurz vor Weihnachten selbst auf Tour durch ausgewählte Kindertagesstätten der Stadt, um den Erzieherinnen persönlich Dank und Anerkennung für ihre wichtige Arbeit sagen zu können.

Im Gepäck hatte das Trio aus dem Rathaus natürlich kleine Präsente für die Frauen als auch für die Kinder. Auf dem langen Tourenplan standen am vergangenen Donnerstag die Tagesstätten "Leopoldshaller Spatzennest" in Staßfurt, "Pusteblume" in Neundorf, "Bergmännchen" in Staßfurt, "Teichspatzen" in Brumby, "Winnie Puuh" in Glöthe, "Benjamin Blümchen" in Förderstedt, "Zwergenland" Löderburg und "Sandmännchen" Staßfurt.

"In Atzendorf hatten wir der Kindertagesstätte bereits einen Besuch abgestattet, als diese nach den umfangreichen Um- und Ausbauarbeiten wieder ihrer Bestimmung übergeben werden konnte", sagte Ina Siebert.

Dort hatte die Stadt Staßfurt in den vergangenen Monaten insgesamt 1,2 Millionen Euro investiert, um diese Tagesstätte in der ehemaligen Grundschule des Dorfes komplett sanieren zu können. An den Kosten beteiligten sich die EU und das Land mit großzügigen Finanzspritzen ebenso wie in der Kindertagesstätte "Sandmännchen" in Staßfurt, in die 2010 und in diesem Jahr insgesamt 1,1 Millionen Euro flossen.

"Im nächsten Jahr wollen wir versuchen, eine Grundschule und eine Kindertagesstätte in Angriff zu nehmen."

"Im nächsten Jahr wollen wir versuchen, eine Grundschule und eine Kindertagesstätte in Angriff zu nehmen", sagte Siebert. Das sei jedoch nur im Rahmen des vom Land angekündigten Stark-III-Förderprogramms für Schulen und Tagesstätten möglich. Wenn die Stadt Staßfurt darin Berücksichtigung finde, werde man die Uhland-Schule und die Kindertagesstätte Förderstedt für eine umfangreiche Sanierung vorschlagen, so die Ressortchefin.

In der Grundschule Nord seien noch ein paar Nacharbeiten notwendig. So stehe zum Beispiel noch die Fassadensanierung des aus DDR-Zeiten stammenden Plattenbaus an, die die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis, dem Träger der im gleichen Objekt befindlichen Sekundarschule, in die Tat umsetzen wolle.

Nötig seien Modernisierungsmaßnahmen auch in der Kindertagesstätte Löderburg. Denn dort sei bislang nur ein Teil des Gebäudes auf Vordermann gebracht worden, informierte die Fachdienst-Leiterin.

Sie sowie der Oberbürgermeister brauchten auf ihrer Fahrt niemanden die traurige Mitteilung zu überbringen, dass eine Tagesstätte vor der Schließung steht. "Das ist im Augenblick bei uns kein Thema", sagte Fachbereichsleiter Köpper. Es gebe eine entsprechende Konzeption der Stadt. Diese sei vom Fachausschuss des Stadtrates zur Kenntnis genommen, aber nicht beschlossen worden.

Auf die Öffnungszeiten in den Tagesstätten angesprochen, sagte Siebert, dass die Kommune auch in Zukunft die Wünsche der Eltern im bestehenden Rahmen erfüllen wolle. Eine Ausweitung sei derzeit nicht angedacht, es sei denn, es gebe dazu einen erneuten politischen Anlauf.

Ein Vorstoß der Stadtratsfraktion der Linken, die Betreuungszeiten auf der Basis einer Umfrage zu flexibilisieren, war erst in diesem Jahr an den Mehrheiten im Rat gescheitert.

In der Kindertagesstätte "Sandmännchen" sei eine Betreuung der Kleinen bis 19 Uhr möglich, sagte Siebert.