Der Vorschlag von Brandschutzexperten, die Feuerwehren von Förderstedt, Üllnitz und Glöthe in einem Neubau in Üllnitz zusammenzulegen, stößt beim Förderstedter Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) auf wenig Gegenliebe.

Förderstedt l "Meine skeptische Haltung bleibt bestehen. Ich sehe eine Fusion der Wehren problematisch, denn die Feuerwehren sind sehr eng mit ihrem Ort verbunden. Ich weiß nicht, ob die Motivation der Kameraden noch so bleibt wie jetzt, wenn es heißt: Wir haben nur noch eine Wehr", gab der Ortsbürgermeister zu bedenken.

Er habe zu diesem Projekt, das die Brandschutzexperten der Firma Fornplan ins Gespräch gebracht hatten, die auch die Risikoanalyse der Stadt Staßfurt erstellt hatten, bisher etliche kritische Stimmen gehört.

Rotter hält eine Einbeziehung der Feuerwehrkameraden in die Vorbereitungen für sehr wichtig. Denn schließlich seien es diese Frauen und Männer, die im Ernstfall die Arbeit erledigen müssten, wenn es brennt. "Vielleicht kann man sie ja davon überzeugen. Das muss so gründlich vorbereitet werden, dass man alle Beteiligten mitnimmt. Unzufriedene Kameraden können wir uns nicht leisten", sagte der CDU-Kommunalpolitiker.

Er sehe im Moment noch nicht, dass der von der Stadtverwaltung ins Gespräch gebrachte Standort für den Depotneubau, die Freifläche neben dem Autohaus Schneider in Üllnitz, von den Kameraden aller drei in Frage kommenden Feuerwehren akzeptiert werde.

Rotter wolle verhindern, dass es am Ende der Diskussion mehr Schaden als Nutzen gibt.

Ihm sei bewusst, dass alle Kommunen sparen müssten und dass der Einwohnerschwund sein Übriges tun werde.

"Die Feuerwehren sind nicht nur brandschutztechnisch zu betrachten, sie sind auch ein Stück Heimat im Ort."

"Die Feuerwehren sind nicht nur brandschutztechnisch zu betrachten, sie sind auch ein Stück Heimat im Ort. Manchmal sind sie der einzige funktionierende Verein in ihrem Dorf", warnte Rotter.

Auf die Werbekampagne des Vereins Pro M. eingehend, der Einwohner aus dem Umfeld der Landeshauptstadt zu einem Umzug nach Magdeburg bewegen will, sagte der Ortsbürgermeister: "Dagegen müsse wir uns wehren!" Zugleich müsse man sich an die eigene Nase fassen und dafür sorgen, dass das Leben in den Dörfern noch lebenswerter werde.

Dass das möglich sei, habe sich beim Klinikstreit gezeigt, wo die Staßfurter und das Umfeld einmal Gemeinschaftsgeist gezeigt hätten, betonte Peter Rotter. "Wir müssen aufpassen, dass wir den nicht wieder gefährden!"

Oberbürgermeister René Zok (parteilos) sagte, dass über den Vorschlag für eine Zusammenlegung der drei Wehren an einem neuen Standort und den damit verbundenen Neubau eines Feuerwehrdepots diskutiert werden müsse. Damit werde sich der Ortschaftsrat Förderstedt in seiner nächsten Sitzung am 10. Januar um 18.30 Uhr im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in Löbnitz befassen, sagte Zok.

Seinen Informationen zufolge habe die CDU-Fraktion dazu einen Sachantrag eingebracht, mit dem die Christdemokraten einen anderen Bauplatz ins Spiel bringen wollen. Sie peilen das Gelände neben dem Landhaus in der Üllnitzer Straße in Förderstedt an.

Bei den Überprüfungen der Gerätehäuser der Ortswehren Förderstedt, Üllnitz und Glöthe hatte die Feuerwehrunfallkasse zahlreiche Mängel aufgezeigt, die durch den Träger der Feuerwehr, die Stadt, abzustellen sind.

Besonders die Gerätehäuser in Üllnitz und Glöthe befinden sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Aber auch in Förderstedt sind erhebliche Investitionen zur Beseitigung von Mängeln notwendig.

Durch eine Zusammenfassung der drei Wehren könnten die Haushaltsmittel konzentriert, die personelle Verfügbarkeit der Einsatzkräfte bei Einsätzen erhöht und das Vorhalten sowie die Neubeschaffung eines Teils an Ausrüstung und Inventar reduziert werden, so die Forplan-Planer.