"Ich bin mit der Feuerwehr groß geworden. Sie ist mein Leben", sagt Benjamin Zuck. Er ist erst 22 Jahre jung und steht kurz vor der Vereidigung zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rathmannsdorf.

Rathmannsdorf. Es liegt einfach in der Familie. Benjamins Vater Steffen ist aktiver Feuerwehrkamerad in Rathmannsdorf. Der Opa war es in Löderburg und Staßfurt. Und auch Benjamins Onkel ist als stellvertretender Wehrleiter in Hecklingen eng mit den Blauröcken verbunden. Mit sechs Jahren etwa läuft Benjamin schon fast regelmäßig mit zur Feuerwehr. Als er zehn ist, darf er endlich in die Jugendwehr eintreten. 2008 absolvierte er den Gruppenführer-Lehrgang, 2009 schließlich den Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr. Beides an der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge.

Der Rathmannsdorfer weiß, dass er kein leichtes Amt von Frank Hamann übernimmt. Der trat aus gesundheitlichen Gründen zurück, bleibt aber der Wehr treu und vertritt im Ortschaftsrat die Interessen seiner Kameraden. Benjamin Zuck kennt die Probleme der Feuerwehr aus dem Effeff, erlebt erst jetzt wieder die Schwierigkeiten, die es gibt, wenn die Stadt noch keinen beschlossenen Haushalt hat. "Das bekommen dann auch die Wehren beispielsweise bei der Beantragung von Einsatzbekleidung zu spüren", so der 22-Jährige, der bei der nächsten Stadtratssitzung zum Wehrleiter berufen werden soll.

Doch momentan beschäftigt den jungen Mann schon das nächste Jahr. Denn 2011 will die FFW Rathmannsdorf ihren 120. Geburtstag feiern, natürlich auch Einwohner und befreundeten Wehren daran teilhaben lassen. Das reicht von der Vorbereitung der Jahreshaupt- versammlung über das Oster- feuer, die Teilnahme am Hei- matfest bis zu einer öffentlichen (Feuer-)Tanzveranstaltung. Nicht zu vergessen die regelmäßigen Dienstabende für die 18 aktiven und auch die sechs Nachwuchsfeuerwehrleute, die nach der Wahl Florian Lehmanns zum stellvertretenden Wehrleiter nun von Volker Gennrich betreut werden.

Die Zahlen hören sich gut an. Doch auch hier sind Einsatzkräfte tagsüber kaum greifbar. "Deshalb zählt jeder Mann/jede Frau", ist sich Benjamin Zuck bewusst, wie wichtig es ist, an der Mitgliederwerbung und der guten Zusammenarbeit mit der einheimischen Kita dranzubleiben. So ist er auch froh über einen BBRZ-Lehrling, der die Reihen verstärkt. Ein großer Coup gelang dem Wehrleiter in spé 2008, als er vier Altersgenossen für die Wehr gewann.

Sehr am Herzen liegt ihm derweil die Risikoanalyse für die Feuerwehren als Grundlage einer Brandschutzbedarfsermittlung. Eines steht für Benjamin fest: "Ohne Feuerwehr würde Rathmannsdorf nicht nur brandschutztechnisch, sondern auch in der Jugendarbeit und im geselligen Leben etwas fehlen."

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