Die Erhöhung der Elternbeiträge für die Betreuung in Krippen, Horten und Kindergärten wurde erneut im Sozialausschuss diskutiert. Diskussionsgrundlage stellte diesmal die Stellungnahme des Elterkuratoriums zur geplanten Satzungsänderung dar.

Staßfurt. Die Stadt Staßfurt erhöht die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in Krippen, Horten und Kindergärten. Dies soll im kommenden Jahr geschehen. Dass die Beiträge einheitlich um 20 Euro und nicht gestaffelt angehoben werden, was aus den Reihen der Eltern selbst vorgeschlagen wurde, ist nun wahrscheinlicher.

Die Anhebung des Beitrages bezieht sich jedoch nur auf die alte Stadt Staßfurt. Einen Antrag des Ausschussvorsitzenden Ralf Peter Schmidt (Die Linke) auf Angleichung der Beiträge für die ehemaligen Gemeinden Förderstedt und Neundorf, wo die Eltern derzeit wesentlich mehr bezahlen als die Staßfurter (siehe Volksstimme-Ausgabe vom 3. November), wurde von den Ausschussmitgliedern erneut abgelehnt. Begründet liege das in den Vereinbarungen, die im Zuge der Fusion geschlossen wurden, so Niko Zenker (SPD). "Wir können nicht nach Belieben die Satzungen aufweichen." Zudem würde dies ein finanzielles Defizit von rund 24 000 Euro zur Folge haben. "Woher das Geld nehmen?", fragte Zenker. "Dann müsse eben an anderer Stelle gesparrt werden", meinte Wolfgang Günther (UWG). Es gehe schließlich um Kinder. Zudem seien in der Vergangenheit auch andere Satzungen aufgeweicht worden.

Verspätung beim Abholen ahnden

Auf Zustimmung der Ausschussmitglieder stieß dagegen die Einführung einer Art Mahngebühr, die erhoben werden soll, wenn Eltern ihre Kinder regelmäßig verspätet abholen. Erfolgt eine Betreuung über den geltenden Rechtsanspruch hinaus, können künftig fünf Euro pro angefangene Stunde in Rechnung gestellt werden. Die Umsetzung dessen, werde jedoch nicht so aussehen, dass die Kinder im nächsten Jahr mit einer Stechuhr ausgestattet würden, betont Schmidt.

Bisher standen Betreuer derartigen Sachverhalten relativ machtlos gegenüber. Ines Fischer, Betreuerin in der Kita "Bergmännchen", und Marlies Hummelt, Betreuerin in der Kita "Spatzennest", begrüßen diese Änderung der Satzung. "Wir bekommen nur 25 Stunden bezahlt", erzählen die Betreuerinnen. Treffen Eltern jeden Tag mit nur 15 Minuten Verspätung ein, sei dies immerhin mehr als eine Stunde in der Woche. Zudem hindere es die Betreuerinnen, die vorgegebenen Ablauf- und Zeitpläne einzuhalten.