Stendal l Die Stadt Stendal hat seit 2003 massiv die Schulden abgebaut. Von ursprünglich rund 30,89 Millionen Euro ist der Stand auf rund 17,12 Millionen Euro (31.12.2012) gesunken und wurde damit fast um die Hälfte reduziert. "Die Haushaltskonsolidierung ist ein großer Schwerpunkt unserer Bemühungen", sagt Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU). Mit dem Abbau der Schulden werde der Handlungsspielraum für die Zukunft erweitert.

765000 Euro sind für Zinsen fällig

Wie sehr Schulden auf die Handlungsfähigkeit einer Stadt drücken, wird dadurch deutlich, dass in Stendal für die Kredite für 2013 insgesamt 765000 Euro nur für Zinsen und sonstige Finanzierungskosten im Haushalt eingeplant werden mussten. Die Zinslast soll weiter reduziert werden (2016: 615000 Euro geplant).

"Die meisten Kommunen schaffen es nicht, die Schulden abzubauen", sagt Kämmerin Beate Pietrzak. Allein das Land Sachsen-Anhalt wird durch eine Schuldenlast von 20,73 Milliarden Euro (Stand 2011) gedrückt, was eine Pro-KopfVerschuldung von rund 8900 Euro ausmacht. In Stendal liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei etwa 408 Euro und ist damit sehr viel niedriger als in vielen Städten der Größenordnung (rund 41500 Einwohner) von Stendal. Insbesondere Städte und Gemeinden im Harzgebiet haben eine bis zu dreifach höhere Pro-Kopf-Verschuldung.

Dass die Haushaltskonsolidierung für Städte schmerzhaft ist, sagt Oberbürgermeister Schmotz. So sind Einsparungen unter anderem durch einen Haustarifvertrag beim städtischen Personal realisiert worden. Außerdem wurden städtische Anteile an den Stadtwerken veräußert. Das Land half mit dem Entschuldungsprogramm Stark II, dass sich in Stendal mit rund zwei Millionen Euro Entschuldung auswirkte.

Am kommenden Montag soll der Haushalt für 2013 (Gesamtvolumen 67,9 Millionen Euro) verabschiedet werden. Erstmals wird dies in doppischer Form - angelehnt an ein betriebswirtschaftliches System - passieren (die Volksstimme berichtete).