Das Fußballjahr geht zu Ende, und damit ist es auch Zeit für die weihnachtlich Abschlussfeier des Kads-Projekts. Während die 20 Kinder fröhlich beisammensitzen, blicken Vereinsvertreter und Streetworkerin auf das erste Jahr des Bestehens zurück – und auf den Beleg für den Erfolg des Integrationsprojekts.

Von Nora Knappe

Stendal. Kaum ein Jahr war das Projekt alt, da bekam es schon einen Preis. Der "Stern des Sports" in Bronze ging im Sommer dieses Jahres an "Kads – Kinder auf der Straße". Streetworkerin Kathrin Musold erinnert sich noch voll Begeisterung an dieses Ereignis. Und gleichzeitig an den Herbst, als Kads wiederum geehrt wurde, diesmal als Erstplatzierte beim Wettbewerb um den Stern in Silber auf Landesebene.

"Das war das absolute Highlight des Jahres", sagt Musold, die jeden Montag den Überblick über die Kads-Kinder und den Ablauf von Abbholen, Spiel und Wieder-nach-Hause-Bringen behält. "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit dem Projekt so weit kommen", sagt sie, "wir sind richtig stolz, dass wir in Sachsen-Anhalt so wahrgenommen und geehrt werden." Dass Kinder in ihrer Lebenswelt abgeholt werden, dass das Projekt so nachhaltig sei – das sei dem Verein wohl hoch angerechnet worden, meint Musold.

Im Sommer 2009 ging Kads als Gemeinschaftsprojekt des 1.FC Lok Stendal, Johannitern und den städtischen Streetworkern an den Start. Seither ist es gelungen, regelmäßig jeden Montag an die 20 Kinder mit Lokspielern zu einem kostenlosen gemeinsamen Spaßtraining zusammenzubringen. Kinder, die sonst wenig Möglichkeiten haben, am Vereinsleben teilzuhaben; Kinder, die feste Abläufe im Familienleben vielleicht nicht gewohnt sind.

Dieses Ansinnen und der Enthusiasmus, mit dem das Ganze betrieben wird, hat auch die Lady-Lions überzeugt. Sie starteten einen Aufruf, um Paten für die Kinder zu finden. Das hat offenbar schon Anklang gefunden, denn zu Weihnachten soll es für die Kinder T-Shirts von ihren Paten geben. Bis es zur Übergabe kommt, begnügten sich die Kads-Kinder erst einmal bei der Weihnachtsfeier mit Kakao, Tee und Plätzchen und je einem Schokoweihnachtsmann als kleines Geschenk von ihren Betreuern. Und wer weiß – vielleicht gibt es ja im Februar nach dem Sportstern-Bundesfinale wieder etwas zu feieren.