Das haben sie sich verdient: Die Kleingärtner des Kreisverbandes Stendal feierten am Freitagabend gleich zweifach. Auszeichnungen und Ehrungen krönten die zehnte Runde des Wettbewerbs der Volksstimme. Gleichzeitig wurde das 20-jährige Bestehen des Kreisverbands begangen.

Von Nora Knappe

Stendal. 20 Jahre Kreisverband sind nur ein Bruchteil dessen, was die Kleingärtner längst in den Jahrzehnten zuvor geschaffen und geschafft haben. "Die Idee des Kleingartenwesens hat über viele Jahre Tradition und ihren hohen Stellenwert behalten, auch wenn sich die Nutzung gewandelt hat", sagte Verbandsvorsitzender Peter Riebeseel vor den gut gelaunten Mitgliedern, die am Freitagabend im Saal des Tanzzentrums feierten.

An die Stelle des Versorgungsgartens sei mehr und mehr der Erholungs- und Freizeitgarten getreten, der wichtiges Element der Begrünung und Auflockerung des Stadtbildes, Oase der Ruhe und Entspannung sowie Stätte der Begegnung und geselligen Miteinanders sei.

Rund 3000 Mitglieder sind im Stendaler Kreisverband der Kleingärtner aktiv. Dieser, so bemerkte Walter Strauß vom Landesverband am Rande, sei einer der aktivsten, wenn es um die Einbindung von Ein-Euro-Kräften gehe. Sie kümmern sich um brachliegende Parzellen, wo Obst und Gemüse für die Stendaler Tafel angebaut wird. Und Peter Riebeseel untermauerte die integrative Funktion der Kleingartenvereine: "Hier wird nachbarschaftliche Gemeinschaft über Grenzen hinweg praktiziert. Das soziale Miteinander, die Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkünfte und wirtschaftlicher Verhältnisse wird das Kleingartenwesen in Zukunft prägen."

Auch das Problem des Leerstands sei eine Herausforderung, der sich die Vereine – deren Mitglieder zu einem großen Teil älter als 60 Jahre sind – stellen müssen.

Doch um Probleme sollte es an diesem Abend vordergründig nicht gehen. Gefeiert werden sollten die Erfolge der Sparten, die sie in der zehnten Runde des gemeinschaftlichen Wettbewerbs von Kreisverband und Volksstimme errungen haben. Der Pokal des Oberbürgermeisters ging an den Stendaler Verein "Pferdemärsche", und Einzelsiegerin wurde Helene Hentschel. Die 72-Jährige sei das beste Beispiel dafür, dass Gartenarbeit jung hält, würdigte Peter Riebeseel die Tatkraft der Tangerhütterin.

 

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