Salzwedel l Der Zweckverband Breitband Altmark ist einen wichtigen Schritt auf seinem Weg die Bewohner der Region mit der FTTH-Technologie (Fiber to the Home - Glasfaser bis in die Wohnung) zu versorgen weiter gekommen. Vor drei Tagen endete die Ausschreibungsfrist für die Suche nach einem geeigneten Netzbetreiber. "Es gibt mehrere Bewerber, über die genaue Anzahl kann ich keine Auskunft geben", sagte Salzwedels Landrat Michael Ziche, der zudem Geschäftsführer des Breitband-Zweckverbandes ist. Die Information könnte sonst das nun beginnende Verhandlungsverfahren beeinflussen, erklärte er.

Innerhalb von 40 Tagen werden die Fachleute in den Kreisverwaltungen Salzwedel und Stendal die Angebote innerhalb des Teilnehmerwettbewerbs sichten und einen Vorschlag erarbeiten, den sie dann der Verbandsversammlung vorlegen, die über die Vergabe entscheidet. Dabei gehe es nicht in erster Linie ums Geld.

Besonderheiten der Region sollen beachtet werden

"Für das Auswahlverfahren gibt es eine spezielle Bewertungsmatrix. Sie enthält viele Parameter, die zu berücksichtigen sind", betonte Ziche. So unter anderem technische Voraussetzungen, und es gelte die Besonderheiten der Region zu beachten. Um auszuloten, welcher "potenzielle Netzbetreiber" in Frage kommt, wird es Gespräche und Verhandlungen mit den Bewerbern geben.

Wenn die Verbandsversammlung entschieden hat, akquiriert die ausgewählte Firma Anschlüsse. Mindestens 60 Prozent der Haushalte müssten sich in den jeweiligen Orten dafür entscheiden, damit das Vorhaben wirtschaftlich tragfähig ist. Der Landrat ist optimistisch, dass dies gelingt. Sobald ausreichend Interessenten gefunden sind, beginnt der Ausbau. Es werden Rohre verlegt, in denen die Glasfaserkabel verlaufen. Dabei werde, wo das möglich ist, auch vorhandene Infrastruktur genutzt, so dass nur die Anschlüsse neu verlegt werden müssen.

Der Landrat rechnet eventuell Ende dieses Jahres, spätestens 2014 mit dem Baustart. Die erforderlichen Tiefbauarbeiten würden zuvor entsprechend ausgeschrieben. Ziel sei zunächst, die mittelgroßen Orte anzuschließen. "Das ist erst einmal einfacher, weil es dort nicht soviel überbauten Raum, wie in den größeren Städten gibt", begründete Ziche. Der Aufwand sei geringer, die Arbeiten kämen deshalb zügiger voran. "Und wir können zeigen, dass es funktioniert", ist sich Ziche sicher. Für die beteiligten Kommunen sieht der Landrat nur ein geringes finanzielles Risiko. "Es wird nur investiert, wenn es sich auch wirtschaftlich trägt", ergänzte er. So ließen die Risiken minimieren. Ziche: "Sonst wäre der Zweckverband ja auch gar nicht genehmigt worden."

Entscheidungen nach der Sommerpause

Die Stadträte in Salzwedel und Stendal haben die Entscheidung über einen Beitritt auf die Sitzungen nach der Sommerpause verschoben. Diskussionspunkt war unter anderem das Haftungsrisiko für die Städte, das bislang in der Satzung nach Einwohnern festgelegt ist. Eine Änderung dahingehend, sei nur mit einem entsprechenden einem Beschluss der Verbandsversammlung möglich.