Kelles Klädener Suppenmanufaktur wurde mit dem Existenzgründerpreis Altmark 2010 (Volksstimme berichtete) der Sparkassen Stendal und Salzwedel ausgezeichnet. Mit Antje Mandelkow, Inhaberin und Geschäftsführerin der Manufaktur, unterhielt sich Axel Junker.

Volksstimme: Die Umbauarbeiten der Gaststätte "Zum Feinschmecker" in Kläden zu einer Suppenmanufaktur sind in vollem Gange, produziert wird derzeit in Bismark, der Märchenwald zum Klädener Adventsmarkt musste vorbereitet werden – war da überhaupt Zeit für die Preisverleihung in Salzwedel?

Antje Mandelkow: Wir hatten eigentlich tatsächlich keine Zeit dafür. Ich weiß zur Zeit gar nicht, auf welcher Hochzeit ich zuerst tanzen soll.

"Dienstag in Hannover, Mittwoch in Halle und Sonnabend in Brandenburg"

Volksstimme: Wie sieht denn die Woche im Moment bei Ihnen aus?

Mandelkow: Nehmen wir mal diese Woche. Am Montag habe ich Schule (Existenzgründerkurs in Stendal – Anmerkung der Redaktion), am Dienstag bin ich in Hannover und Mieste, am Mittwoch in Halle, Donnerstag in Dessau, am Freitag geht es nach Biederitz und Magdeburg, am Sonnabend zur Weihnachtsmann-Parade in Brandenburg und am Sonntag sind wir im Stendaler Tierpark. Alles Verkostungs- und Werbetermine, bei denen zumeist auch unsere Weihnachtsengel (die Töchter Julia und Jose-fine – Anm. d. Red.) dabei sind.

Volksstimme: Zurück zur Preisverleihung. Wie viele Existenzgründer hatten sich denn für den Existenzgründerpreis beworben?

Mandelkow: Insgesamt zehn, und alle waren nach Salzwedel eingeladen. Kurios war, dass auf der Festveranstaltung alle Bewerber benannt wurden. Nur wir nicht. Da haben wir, mein Mann Wolfgang und die beiden Töchter Julia und Josefine, uns erst einmal angeschaut und waren erschrocken. Doch dann hieß es: "Der Gewinner ist" und "Film ab" und dann wurden wir vorgestellt.

Volksstimme: Und dann wurde der Preis überreicht.

Mandelkow: Vom Moderator wurde ich gefragt, ob es schwer war, die Firma aufzubauen. Ich habe gesagt, dass es viel schwerer ist, hier zu stehen und etwas zu sagen.

Volksstimme: Wie fühlt man sich denn als der altmärkische Existenzgründer des Jahres?

Mandelkow: Das ist ja nicht mein Preis. Das ist ein Preis für das gesamte Team. Dazu gehören die Familie, die Mitarbeiter und meine Freundin Nadine Kuhle.

Volksstimme: Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff haben ja den Preis übergeben und gratuliert. Gab es da näheren Kontakt?

Mandelkow: Herr Haseloff kannte uns und speziell unsere Hochzeitssuppe ja schon vom diesjährigen Sachsen-Anhalt-Tag in Weißenfels. Herr Steinbrück hat mir seine Visitenkarte mit der Bitte, ihm etwas zukommen zu lassen, gegeben. Wir werden ihm ein Probepaket schicken.

Volksstimme: Reiner Haseloff hatte sich ja bereits für die Eröffnung der Suppenmanufaktur angemeldet.

Mandelkow: Ja, er möchte rechtzeitig den Termin haben, weil er unbedingt kommen möchte.

Volksstimme: Wann wird denn Kelles Klädener Suppenmanufaktur eingeweiht?

Mandelkow: Unser Wunschtermin ist Anfang Februar. Da kann uns nur noch das Wetter in die Quere kommen. Wir werden zunächst eine Eröffnung mit geladenen Gästen machen, danach für die Öffentlichkeit einen Tag der offenen Tür.

Volksstimme: Wie laufen die Bauarbeiten?

Mandelkow: Wir haben zwei Wochen Vorsprung. Mit den Firmen aus der Region haben wir einen sehr guten Griff getan. Die Gewerke arbeiten, wie man so schön sagt, Hand in Hand.

Volksstimme: Wie läuft die Suppenproduktion?

Mandelkow: Wir sind natürlich froh, dass uns Fleischermeister Nico Hecker in Bismark die Möglichkeit gegeben hat, in seinen Räumlichkeiten zu produzieren. Zurzeit stellen wir 1000 Produkte in einer Nachtschicht her. Wenn ich die Nachfrage sehe, müssten wir das Doppelte herstellen. Das wird dann ab Februar in Kläden der Fall sein.

"Mein größter Wunsch wären derzeit zwei freie Tage und einfach mal wegfahren"

Volksstimme: Der Existenzgründerpreis war mit 4000 Euro verbunden. Wofür wird das Geld verwendet?

Mandelkow: Auf jeden Fall werde ich mich mit einer schönen Feier bei meinem Team einschließlich der Angehörigen bedanken. Und dann benötigen wir auch endlich ein Treppengeländer für den Eingang an unserem Wohnhaus. Mein größter Wunsch wären aber derzeit zwei freie Tage, einfach mal wegfahren und Zeit für die Kinder haben. Das lässt sich aber in diesen Wochen überhaupt nicht einrichten.