Seit Jahren wartete die Gemeinde Uenglingen bereits auf den Ausbau der ortsdurchführenden Chausseestraße. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten endlich beginnen. Das Tiefbauamt informierte am Dienstagabend Ortschaftsratsmitglieder und Einwohner über das Vorhaben.

Uenglingen. Bevor am Dienstagabend die Ortschaftsratssitzung begann, musste Ortsbürgermeisterin Harriet Tüngler zusätzliche Stühle im Versammlungsraum aufstellen. Das Interesse der Anwohner am Tagesordnungspunkt Ausbau der Chausseestraße war sehr groß. Die Ortsbürgermeisterin freute sich über das immense Interesse der Einwohner.

Vom Vertreter des Tiefbauamts erfuhren die Uenglinger, dass der Ausbau in zwei Bauabschnitten erfolgen wird. Der erste Abschnitt erstreckt sich von der Ortseinfahrt aus Richtung Schernikau bis zum Kreuzungsbereich Lindenstraße/Belkauer Weg. Vorgesehen ist der Ausbau im kommenden Jahr. Vollsperrung ist vorgesehen. Der zweite Abschnitt, von der Kreuzung bis vor der Einmündung ins Neubaugebiet, ist für das Jahr 2012 vorbehalten. Insgesamt wird die Chausseestraße auf einer Länge von 780 Metern ausgebaut.

Dies ist auch nötig, sind sich Rat und Anwohner einig. Derzeit gibt es nur auf einer Seite einen befestigten Fußweg. Auf der anderen Straßenseite kommen die Anwohner oft nicht trockenen Fußes auf ihre Grundstücke.

Der Ausbau der ortsdurchführenden Landesstraße ist eine Gemeinschaftsarbeit vom Landesbetrieb Bau Niederlassung Nord und der Stadt Stendal. Der Landesbetrieb ist für den Ausbau der Fahrbahn und teilweise der Nebenanlagen zuständig. Der Stadt obliegt der Part der Regenentwässerung und der Gehweganlagen. Mit im Boot ist zudem der Wasserverband Stendal-Osterburg, der eine Schmutzwasserleitung verlegen wird.

Die Frage der Einwohner, wann genau die Arbeiten beginnen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Die Maßnahme kann von Seiten des Landesbetriebs beginnen, sobald der Landeshaushalt genehmigt ist. Ebenso sieht es mit den Maßnahmen der Stadt aus. Die Investitionssummen für den Straßenausbau in Uenglingen sind geplanter Bestandteil der genannten Haushalte. Die Stadt kommt für die Kosten der Gehwege auf. "Die Bausumme, die übrigbleibt, wenn die Ausbaubeiträge der Anlieger abgezogen sind, wird zu 80 Prozent gefördert", informierte das Tiefbauamt.

"Wir haben die Beiträge auf fünf Jahre festgeschrieben"

Die Fahrbahn soll eine Breite von 6,70 Metern erhalten. Sie wird mit Asphalt gestaltet. Beidseitig wird ein kombinierter Rad-/Gehweg angelegt. Dieser wird gepflastert. Die Breite des kombinierten Weges beträgt jeweils 2,50 Meter.

Die Straßenentwässerung erfolgt über eine Vorflut im Orts- eingangsbereich aus Richtung Schernikau. Ein weiterer Abfluss erfolgt über das Entwässerungsnetz der Lindenstraße.

Am Dorfeingang soll eine Insel zum Tritt auf die Bremse animieren. Bedarf sehen die Anwohner am anderen Ende des Ortes. Sie fordern, zwischen dem Ortseingang aus Richtung Stendal kommend und der Kurve im Ort eine solche Insel anzulegen. "In den vergangenen Jahren hatten wir acht Unfälle vor unserem Haus, dabei waren auch Todesopfer zu beklagen", gab eine Anwohnerin zu bedenken.

Solche und andere Hinweise können während der Phase der öffentlichen Auslegung der Baupläne eingereicht werden. Vorschläge und Anregungen werden in die Planung einfließen. Diese sind dann auch Bestandteil der Beschlussfassung. Die Ortsbürgermeisterin bietet den Anwohnern auch an, Anregungen und Änderungsvorschläge im Büro der Ortschaft abzugeben.

Genauere Informationen erhalten die Anwohner Anfang des nächsten Jahres bei einer Anliegerinformationsveranstaltung. Dann gibt es bereits Hinweise über die anfallenden Beiträge, die sich aufgrund der Straßenausbaubeitragssatzung ergibt. Wie der Ortschaftsrat die anwesenden Gäste informierte, fallen trotz Eingemeindung nicht die Beitragssätze der Stadt, sondern die der Gemeinde Uenglingen an. "Wir haben die Beiträge auf fünf Jahre festgeschrieben. Daher ist es uns wichtig, dass die Straßenbaumaßnahme innerhalb dieser Zeit realisiert wird", erklärte Ratsmitglied Dr. Rainer Wetzel.