Zum dritten Mal wurden gestern in Tangermünde engagierte Ehrenamtliche mit dem Bürgerpreis der CDU ausgezeichnet. Als Person hatte der CDU-Ortsverband Renate Adloff, als Verein den Museumsverein ausgewählt. Nach einer Laudatio wurde die ideelle Anerkennung – ein Fliesenbild mit Tangermünder Motiv, hergestellt von Keramikerin Angelika Otto – überreicht.

Tangermünde. In einer Zeit, in der das Durchsetzen eigener Interessen immer mehr in den Vordergrund rückt, würden Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen immer weniger werden. Deshalb sei es wichtig, Ehrenamt zu würdigen, den selbstlosen Einsatz auf kulturellem, sozialem und gesellschaftlichem Gebiet anzuerkennen, sagt Thomas Fuhrmann gestern Vormittag in der Salzkirche. Hierher hat der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes zum dritten Mal eingeladen. Denn hier wird auf Initiative der Frauenunion der Bürgerpreis verliehen.

Elke Kleintopf, Koordinatorin für den Bereich Stendal im Regionalverband Altmark der Volkssolidarität, würdigt in ihrer Laudatio den Einsatz von Renate Adloff für die Senioren der Stadt. Ihr Name, so Kleintopf, sei ein Synonym für die Volkssolidarität in der Stadt geworden. In den vergangenen zehn Jahren habe Renate Adloff als Leiterin der Ortsgruppe sehr viel geleistet. "Sie hat einen Sprachfehler. Sie kann nicht Nein sagen", bringt es die Koordinatorin auf den Punkt. Deshalb ist die Tangermünderin, selbst seit etwa 30 Jahren Mitglied der Volkssolidarität, auch im Stadt- und Kreisseniorenrat aktiv. Nicht nur die monatlichen Nachmittage im Grete-Minde-Saal organisiert Renate Adloff. Auch Reisen, Treffen und jüngst sogar Romménachmittage sind ihre Ideen. "Sie tut es ehrenamtlich, ohne Entlohnung und opfert dafür viel Freizeit", erinnert Elke Kleintopf.

Bei so viel Lob hat es Renate Adloff – was selten vorkommt – die Sprache verschlagen. Schnell wischt sie sich die Tränen ab und nimmt gerührt den Bürgerpreis entgegen.

Der zweite Laudator am Sonntagvormittag ist Jürgen Pyrdok – Hauptamtsleiter der Stadt Tangermünde. Im März 1995, daran erinnere er sich noch genau, habe er während einer Ausstellungseröffnung im Rathausfestsaal dazu aufgerufen, den Museumsverein neu zu gründen. Dass daraus einmal ein so engagiertes und mit Kultur erfülltes Leben entstehen würde, hatte er mit Sicherheit nicht geahnt. Doch dieser Aufruf traf damals die richtigen Ohren. Viele Jahre hatte Ingrid Berger die Geschicke des Vereins geleitet, war erst im vergangenen Jahr zurückgetreten. Unter ihrer Regie ist die Salzkirche zum Kunst- und Kulturtempel der Stadt geworden, haben Künstler aus der Region und allen Teilen Deutschlands Tangermünde weit über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht. "Andere Städte schauen mit Neid auf unsere Besucherzahlen", so Pyrdok gestern in seiner Laudatio. Er erinnert daran, dass nicht nur die Kunstausstellungen, sondern auch Vortragsreihen zum Bestandteil der Stadt geworden sind, dass dadurch Persönlichkeiten nach Tangermünde kommen, die sonst wohl kaum den Weg hierher finden würden. Auch die Museumsnächte sind eine Idee, die der Verein jetzt mittlerweile ein Jahrzehnt mit Leben erfüllt. Seit vielen Jahren sind die größtenteils Vereinsfrauen aktiv an der Ausgestaltung des Burgfestes beteiligt.

Es sei nicht möglich, an alles zu erinnern, was der Verein für die Stadt geleistet habe, so Pyrtdok. Doch als einer rührigsten habe er dafür gesorgt, dass "Grete Minde ein Gesicht und einen festen Platz bekommt. Es scheint, als stünde sie schon immer dort, wo sie heute steht. Die Tangermünder haben sie bereits in ihr Herz geschlossen", sagt der Hauptamtsleiter.

Stellvertretend für den Verein nimmt Sigrid Brückner als zweite Vorsitzende den Preis entgegen. "Wir sind gespannt, wie der Verein 2011 die 600 Jahre Hohenzollern in Tangermünde gestaltet", sagt Pyrdok mit Blick in die Zukunft.

Musikalisch begleitet wird die Bürgerpreisverleihung von Michaela und Jennifer Quast aus Stendal auf Keyboard und Flöte.

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