Mit einer Bebauungsplanänderung will die Hansestadt Stendal die Ansiedlung von C&A und die Vergrößerung der Rossmann-Filiale in der Breiten Straße ermöglichen. Dabei geht es um eine erhebliche Vergrößerung der überbaubaren Fläche im rückwärtigen Bereich, unter anderem der Grundstücke Breite Straße 11 und 12, in Richtung Binnhoff.

Stendal. Laut jetziger Fassung des Bebauungsplans Vogelstraße/Priesterstraße darf an der Breiten Straße bis etwa 35 Meter tief in den rückwärtigen Bereich gebaut werden. Das reicht der Textilkette C & A und den anderen, die sich in diesem Bereich ansiedeln oder erweitern wollen, nicht aus.

Um diesen Wünschen zu entsprechen, will die Stadt mit einem geänderten Bebauungsplan die Baugrenze um mehr als 40 Meter nach Osten bis drei Meter an die neue Straße Binnhoff im Blockinneren heranschieben (siehe auf der Grafik schwarz eingerahmtes Gebiet). Der Ausschuss für Stadtentwicklung stimmte diesen Plänen bereits zu. Das letzte Wort hat der Haupt- und Personalausschuss am 29. November.

Die Volksstimme hatte es bereits berichtet: Die Modehauskette C&A möchte sich in der Breiten Straße 11 ansiedeln, wo heute der Drogeriemarkt "Ihr Platz" und das Bäckereigeschäft Kornkammer ihre Waren anbieten. Geplant ist ein sogenannter Family Store mit gut 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Stader Firma Lührs City Bau, der dieses und benachbarte Häuser gehören, will möglichst im Februar nächsten Jahres mit dem Umbau und der rückwärtigen Erweiterung der Breiten Straße 11 beginnen.

Spätestens im Juli 2011, so Firmenchef Helmut Lührs zur Volksstimme, wolle er die Flächen im Erdgeschoss an C&A übergeben. Auch die benachbarte Drogeriefiliale Rossmann, ebenfalls in einem Lührs-Haus, will ihre Verkaufsfläche nach hinten erweitern.

Mit der Planänderung würde die bebaubare Grundstücksfläche in diesem Bereich der Breiten Straße, die jetzt 4360 Quadratmeter beträgt, um 3260 Quadratmeter zunehmen. Das Problem dabei: Es fallen Stellplätze weg, die erst vor wenigen Jahren, als das Gebiet um den Binnhoff neugestaltet wurde, angelegt worden sind.

Stadtrat Reinhard Weis (SPD), der die Ansiedlungs- und Erweiterungswünsche im Ausschuss für Stadtentwicklung grundsätzlich begrüßte, meldete Bedenken gegen das von der Stadtverwaltung eingeleitete vereinfachte Bebauungsplanverfahren an, das die Änderung möglichst schnell voranbringen soll. Mit der Eigentümergemeinschaft der Parkflächen, die den Erweiterungsplänen zum Opfer fallen sollen, sei noch nicht gesprochen worden, sagte er.

Eine Verlegung der Parkplätze an andere Standorte, etwa in die Hallstraße, wie von der Verwaltung anvisiert, ergebe für Leute, die in der Vogelstraße wohnen, "keinen Sinn". Weis forderte die schnelle Klärung des Parkplatzproblems.