Bleigießen, Feuerzangenbowle, Girlandenschmuck – manche Silvesterbräuche muten etwas altmodisch an und werden von jungen Leuten kaum noch gepflegt. Aber ein Brauch ist uns seit der Germanenzeit erhalten geblieben: Mit viel Krawall die bösen Geister vertreiben. Aber gerade dieser Ritus, heutzutage mit kleinen Sprengladungen praktiziert, ist nicht ganz ungefährlich.

Stendal. Maria Pasemann und Thomas Rittmeyer versorgten sich gestern in einem Markt im Stendaler Gewerbegebiet Uenglinger Straße mit dem gewünschten Arsenal an Raketen und Knallkörpern. Wie jedes Jahr gibt es die mehr oder weniger lauten Krachmacher nur an den letzten drei Tagen im Jahr zu kaufen. Und das hat seinen Grund: Sie sind nicht ungefährlich. Darüber sind sich auch die beiden jungen Leute im Klaren. Die notwendige Vorsicht wollen sie beim Zünden der Geschosse unbedingt walten lassen.

Stendals Stadtwehrleiter Michael Geffers fasst für die Volksstimme zusammen, worauf es ankommt:

- Dekoration: Bei Luftschlangen und Girlanden auf schwer entflammbares Material achten, nicht in der Nähe von offenem Feuer aufhängen.

- Kerzen: Auch zu vorgerückter Stunde nie unbeaufsichtigt lassen.

- Feuerwerkskörper: Nie in Kinderhand, nur im Freien abbrennen, nach dem Anzünden sofort entfernen, Knallkörper nie in geschlossenen Behältern detonieren lassen. Tragen Sie Feuerwerkskörper nicht zusammen mit Zündholzschachteln und Feuerzeugen in derselben Hosen- oder Jackentasche herum.

- Rauchen: Für Raucher genügend Aschenbecher hinstellen, häufig entleeren, möglichst in Blecheimer.

- Löschmittel: Für alle Fälle sollte ein Feuerlöscher in Reichweite sein.

Wer nicht zu Hause feiert, sollte beim Verlassen von Haus oder Wohnung alle Fenster schließen, damit sich keine querschlagende Rakete in die eigenen vier Wände verirren kann. Das Gleiche gilt für Ställe. Wichtig ist auch, alles Brennbare vom Balkon wegzuräumen.

Kommt es doch zu einem Brand, der nicht sofort zu löschen ist, empfiehlt der Stadtwehrleiter, den Raum zu verlassen, die Türen zu schließen, gegebenenfalls Nachbarn zu informieren und die Feuerwehr über den Notruf 112 zu alarmieren. Die Meldung sollte Folgendes enthalten: Was ist passiert? Wo (Adresse)? Sind Menschen in Gefahr? Wer meldet?

Was die Stendaler außer der Knallerei noch für Bräuche in der Silvesternacht pflegen, wollte die Volksstimme in einer kleinen Umfrage in der Fußgängerzone wissen. Lesen Sie rechts.

   

Bilder