Möser. Ein Jahr nach der Umstrukturierung zieht Rainer Aumann, Direktor des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt, eine positive Bilanz. Mit dem Verkauf von Holz und Wildbret sowie verschiedenen Dienstleistungen nahm sein Betrieb im Forstjahr 2010 etwa 3,3 Millionen Euro ein. Zudem steigt das Interesse an Jagden, womit mehr Übernachtungsgäste in die Region gelockt werden.

Trotz gehöriger Mehrarbeit durch die Umstrukturierung schaut Aumann zufrieden auf das vergangene Forstjahr zurück. 70 000 Festmeter Holz haben die 95 Mitarbeiter eingeschlagen und an holzverarbeitende Betriebe verkauft. Etwa die Hälfte davon wird für energetische Zwecke genutzt, also zu Heizpellets verarbeitet. Das brachte 2,3 Millionen Euro ein. "Der Holzpreis ist für uns derzeit günstig", so Aumann.

Des Weiteren wurden rund 2400 Stück Rot-, Dam-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild erlegt und vermarktet. "Das Wildbret als eines der natürlichsten und wertvollsten Lebensmittel ist sehr begehrt", sagt der Forstdirektor. 450 000 Euro war das wert.

Interessenten aus Schweden und Schweiz

Hinzu komme das rege Interesse an den Jagden - "ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor. Über Verpachtung, Verkauf von entgeltlichen Jagderlaubnisscheinen sowie entgeltlich durchgeführte Intervalljagden erzielt der Bund beachtliche Einnahmen", so Aumann.

Zudem werde damit der Tourismus in der Region angekurbelt. Über 1500 Übernachtungen von Jagdgästen seien in Anspruch genommen worden. Diese kämen eigens gar aus Schweden, der Ukraine und der Schweiz angereist.

Wichtigste Aufgabe des Forstbetriebes sei jedoch die spezielle Bewirtschaftung der Waldflächen auf den Truppenübungsplätzen. Hierzu zählen Altengrabow (etwa 10 000 Hektar), Altmark (rund 22 000 Hektar) und Klietz (zirka 9000 Hektar). Dort müssen umfangreiche Waldpufferzonen angelegt werden, um angrenzende Ortschaften vor Lärm und Staub zu schützen. Zudem werden Brandschutzstreifen geschaffen.

"Absoluten Vorrang haben aber die Belange und Interessen des Militärs", erklärt Aumann. "Unsere Soldaten sind derzeit heftig im Einsatz. Dafür brauchen sie eine gute Ausbildung in der Heimat – und deshalb ein strukturiertes Gelände mit Bäumen und Sichtschutz, welches wir schaffen."

Der Bundesforst hat sich zum 1. Oktober 2009 neu organisiert. Aus 26 Hauptstellen wurden 17 Bundesforstbetriebe. In Sachsen-Anhalt wurden die bisherigen Stellen Klietz, Letzlinger Heide und Möser zum Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt zusammengefasst. Dazu gehören 95 Mitarbeiter, davon zehn Forstwirtauszubildende. Sie alle spezialisierten sich in den sechs Bereichen Naturschutz, Forstliches Gutachterwesen, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Liegenschaftsverwaltung und -verkauf, Forsteinrichtung sowie Holzverkauf und Jagd.

In der Startphase habe es zwar einige Probleme gegeben, dennoch ist Aumanns Bilanz positiv. "Bisherige Arbeiten mussten abgeschlossen werden. Gleichzeitig mussten sich die Mitarbeiter in neue Bereiche einarbeiten." Jetzt gehe es darum, Arbeitsabläufe und Kommunikationswege zu optimieren. Mit dem Holzverkauf, der Jagd und anderen Dienstleistungen erwirtschaftete der Betrieb im produktiven Bereich 3,3 Millionen Euro. Dem stehen 2,6 Millionen Euro Ausgaben gegenüber. Somit wurde in diesem Bereich ein Gewinn von 700 000 Euro erzielt.