Stendal (nk). Wie viele Einwohner hat der Landkreis Stendal tatsächlich? Wie wohnen die Menschen in unserem Landkreis? Wie sieht es mit dem Bildungsstand aus ?

Diese und andere Fragen sollen im kommenden Jahr durch eine Erhebung in der Bevölkerung, den so genannten "Zensus 2011", beantwortet werden. Stichtag ist der 9. Mai 2011.

"Hier soll nicht einfach das Volk gezählt werden, sondern vielmehr werden neben allgemeinen persönlichen Daten eine Vielzahl von Daten zum Bildungsstand, Erwerbsstatus und zur Wohnungssituation erfasst, um anhand dieser zum Beispiel die Planung von Wohnungsbauprogrammen und Maßnahmen zur Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur durchführen zu können, Bemessungsgrundlagen für die Finanzierung der öffentlichen Haushalte oder für Steuerschätzungen zu entwickeln und Aussagen über die demografische Entwicklung zu treffen", heißt es in einer Mitteilung dazu von der Erhebungsstelle Stendal.

Die Hansestadt Stendal ist eine der 37 Städte in Sachsen-Anhalt, welche vom Statistischen Landesamt in Halle als Erhebungsstelle für die Volkszählung ausgewählt wurden. Die Mitarbeiter der Erhebungsstelle, die sich in einem abgeschotteten Bereich des Stadthauses (Markt 14/15) befindet, sind momentan dabei, die Volkszählung vorzubereiten.

In diesem Zusammenhang werden so genannte Erhebungsbeauftragte (also Interviewer) gesucht, deren Aufgabe die Befragung von stichprobenartig aus der Bevölkerung ausgewählten Haushalten anhand von Fragebögen sein wird, und die dafür eine steuerfreie Aufwandsentschädigung als ehrenamtlich Tätige erhalten (zu den Voraussetzungen siehe Infokasten).

Geheimhaltung ist oberstes Gebot

Insgesamt werden es im Erhebungsbereich Stendal – dem auch die Städte Tangermünde, Tangerhütte, Bismark und die Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Havel-Land zugeordnet sind – schätzungsweise 8500 Befragungen sein. Es werden etwa 80 bis 100 Interviewer gebraucht.

Zum Hintergrund des Zensus: Aufgrund der europäischen Verordnung über Volks- und Wohnungszählungen vom 9. Juli 2008 sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, regelmäßig im Abstand von zehn Jahren statistische Daten zur Erwerbs- und Wohnsituation der Bevölkerung zu erheben. Die letzte Zählung in der DDR wurde 1981 und in der BRD 1987 durchgeführt.

Die Auswertung der erhobenen Daten und die Bereinigung der Registerergebnisse findet ausschließlich als statistische Maßnahme ohne eine Rückmeldung und Übernahme in behördliche Register statt.

"Aufgrund der statistischen Geheimhaltung muss daher niemand befürchten, dass die Angaben, die er bei der Befragung macht, an Behörden und Ämter zurückfließen", versichert die Stendaler Erhebungsstelle. Strengste Geheimhaltung und Verschwiegenheit der mit der Erhebung beschäftigten und beauftragten Personen ist oberstes Gebot.