Stendal. Hier hat sich jemand Zeit genommen. Zeit, einen Baum, ein Bauwerk, einen Wellenkamm genau zu betrachten, und Zeit, die Objekte geduldig, Strich für Strich, zu Papier zu bringen. Die detailreichen Zeichnungen von Robert Uxa ziehen den Betrachter in ihren Bann und man fragt sich: Wie hat er das bloß gemacht? Wie viel Akribie und Unbedingt-Wollen müssen in diesem Mann gesteckt haben, der die jetzt im Volksbank-Kunstkabinett zu sehende Ausstellung nicht selbst eröffnen konnte.

Robert Alouis Uxa, 1935 im Sudetenland geboren, starb 2008 im Stendaler Hospiz. "Mein Vater hatte den Wunsch, nochmal eine Ausstellung zu machen, hatte wohl aber nicht die Traute. Ich wollte ihm diesen Wunsch gern erfüllen", erzählte seine Tochter Annette Uxa bei der Vernissage am Dienstagabend.

Keine Herausforderung war ihm zu groß; egal, vor welchem Problem er stand, er wusste immer eine Lösung. Und mit 70 wagte er – der viel zeichnete und mit Metall gestaltete – sich nochmal an ein neues Material, schuf eine Käseglocke und eine Pfingstrose aus Ton. "Er war für mich ein Unikum." So liebevoll-anerkennend schaut Annette Uxa auf das Leben und Wirken ihres Vaters zurück.

Wie begabt er war, bezeugt nicht nur die Tatsache, dass er – der mit 14 Jahren im RAW Stendal eine Lehre zum Metallschlosser begann – wenig später technische Zeichner im Bezirk Magdeburg ausbildete. Nein, auch die winzigen Landschaften, Stillleben und Porträts, die Uxa auf die Innenseite von Zigarettenschachteln malte, zeugen von seinem Talent. Staunenmachend auch sein Selbstporträt, gemalt mit 15 Jahren.

Die Grafiken, Aquarelle, Zeichnungen, Kupfer- und Tonarbeiten sind bis 28. Januar in Stendal zu sehen.

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