Zahlreiche umgestürzte Bäume und auf freier Strecke liegengebliebene Züge – die weiße Weihnacht forderte in diesem Jahr ihre Opfer. Schnee und vor allem Eisregen riefen die Feuerwehren im Landkreis Stendal zu 76 Einsätzen heraus. Stromausfälle wie im Nachbarkreis Salzwedel waren nur vereinzelt beklagen.

Stendal. Es war vor allem die Nacht zum Heiligen Abend, die die Feuerwehrleute überall im Landkreis in Bewegung hielt. Von Donnerstagabend bis zum frühen Freitagabend löste die Stendaler Rettungsleitstelle landkreisweit 76 Einsätze aus. Dabei ging es immer wieder um Bäume, die unter der Schnee- und Eislast umzustürzen drohten oder schon gefallen waren. Solche Einsätze habe es in allen Regionen gegeben, konzentriert jedoch im Bereich Seehausen/Osterburg, so die Auskunft der Leitstelle.

Auch im Raum Uchtspringe schickte die Leitstelle massiert Feuerwehren zum Baumfällen heraus. Zur Absicherung der Einsätze mussten vielerorts zeitweilig auch Straßen gesperrt werden, zum Beispiel zwischen Dobberkau und Schorstedt. Bei Groß Ellingen, wo die Arneburger Feuerwehr am Freitagmorgen gegen 6 Uhr auf der Landesstraße 16 Baumteile von der Fahrbahn räumte, kam eine Autofahrerin beim Ausweichen mit ihrem Wagen ins Rutschen und landete mit der Vorderachse in hohem Schnee. "Die Kameraden zogen sie aus dem Schnee, dann konnten sie ihren Einsatz beenden", berichtet Feuerwehrsprecher Benjamin Kobelt.

Die Feuerwehrleute mussten beim Räumen der Bäume mit großer Vorsicht vorgehen, denn häufig waren Stromleitungen gefährdet. Von Stromausfällen, wie sie im Nachbarkreis Salzwedel gehäuft auftraten, blieben die Bewohner des Altkreises Stendal weitgehend verschont. Kleinere, örtlich begrenzte Störungen in der Stromversorgung gab es unter anderem bei Tangerhütte und Bismark.

Vereiste Oberleitungen führten dazu, dass in der Nacht zum Freitag fünf Züge zwischen Oebisfelde und Stendal auf der Strecke Hannover-Berlin mehrere Stunden liegenblieben. Rund 700 Reisende musste eine unfreiwillige Pause einlegen.

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