Unfallstellen absichern, Erste Hilfe leisten, die Technik beherrschen – all das müssen auch die jungen Feuerwehrleute können. Um zu sehen, auf welchem Stand sie sind, absolvierten 35 Nachwuchsfeuerfehrleute am Wochenende die Prüfung zur "Jugendflamme".

Stendal. "Trotz Schnee und Eis brennen heute bei uns die Flammen heiß", dichtete am Sonnabendvormittag der Stadtjugendwart der Freiwilligen Feuerwehr, Ronny List. Das war natürlich nicht so wörtlich zu nehmen. Feuer gab es nicht zu löschen, aber so manch Jugendlicher brannte darauf, endlich loszulegen. Für die Nachwuchsfeuerwehrleute im Alter zwischen zehn und 16 Jahren galt es, die Prüfungen für die Abzeichen "Jugendflamme" der Stufen I und II zu absolvieren.

Erstmals nach zwei Jahren hatten die Stendaler Kameraden wieder zu diesem Qualifikationsnachweis eingeladen, mit dem die Mitglieder der Jugendwehren ihren Wissens- und Ausbildungsstand nachweisen können. Bei den Verantwortlichen Sebastian Kempe (Fachbereichsleiter), Klaus Hörnke (Kreisjugendwart) und Ronny List (Stadtjugendwart) hatten sich 27 Mädchen und Jungen als Neueinsteiger für die Prüfung "Flamme I" gemeldet.

Acht Bewerber wollten die erweiterten Aufgaben der Stufe II erfüllen, die zur Teilnahme an der Prüfung für die Leistungsspange im Herbst berechtigt. "Wenn man bedenkt, dass die 26 Ortswehren über zwölf Jugendabteilungen verfügen, schickten leider nur wenige Wehren, nämlich Stendal, Heeren, Dahlen/Gohre und Uchtspringe ihren Nachwuchs zur Veranstaltung", sagte der Jugendwart.

Die 35 erschienenen Kinder und Jugendlichen jedoch waren mit Eifer bei der Sache, die Aufgaben unter den kritischen Augen der Prüfer an sechs Stationen zu erfüllen. Für die "Flamme I" mussten 50 Prozent und für die "Flamme II" 75 Prozent der geforderten praktischen oder theoretischen Aufgaben erfüllt werden. So mussten in der Kälte auf der Außenanlage der Feuerwehr Aufbau und Wirkungsweisen der Hydranten und die Bedeutung der Wasserentnahmeschilder erläutert werden. Unweit davon bemühten sich die Mädchen und Jungen, schnell die Kegel, Warndreiecke und Hinweisschilder aus dem Einsatzfahrzeug zu holen, um eine Unfallstelle abzusichern.

So wie Chris Voigt und Tim Große bewiesen auch die anderen Teilnehmer in der etwas wärmenden Halle, wie die Erstversorgung eines Verletzten erfolgen muss und was in einem Verbandskasten enthalten sein soll. Der Kamerad Stefan Ringleb beobachtete an seiner Station, welches Wissen über das Funktionieren der Löschgeräte vorhanden ist und wo diese Teile im Einsatzfahrzeug deponiert werden. Andere Teilnehmer zeigten ihr Können beim schwungvollen Ausrollen der Schläuche oder unter Beobachtung von Michael Stoof das Knoten von Zimmermannschlägen, Mastwurf und Ankerstick.

Nach rund vier Stunden lösten die Verantwortlichen die Spannung und teilten mit, dass nur drei Bewerber die Anforderungen nicht erfüllt hatten. Die anderen Mädchen und Jungen sind stolz, dass sie die verschiedenfarbig gestalteten Abzeichen der Jugendflamme I oder II nun an ihrer Dienstkleidung tragen dürfen.

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