Mit fünf Sonderausstellungen – die Fischtellerschau "Die Griechen und das Meer" läuft bereits – will das Winckelmann-Museum im nächsten Jahr Besucher anlocken. Ein Paukenschlag soll das Ausstellungsjahr beenden: Zeichnungen des berühmten dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen.

Stendal. Vielleicht gelingt es ja, den bisherigen Besucherrekord dieses Jahre mit 12 885 Gästen gleich im nächsten Jahr wieder zu knacken. Die über den Jahreslauf verteilten Sonderausstellungen könnten in starkem Maße dazu beitragen. Besonders die letzte, die ab Dezember 2011 geplante Präsentation von Zeichnungen des berühmten dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen, dürfte Interessenten aus nah und fern anziehen.

"Wir haben uns in das internationale Ausstellungsgeschäft integriert", sagt Prof. Dr. Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft. Diesem Engagement ist es zu verdanken, dass Stendal, speziell das Winckelmann-Museum, mehr und mehr an der Tournee-Strecke hochkarätiger nationaler und internationaler Ausstellungen liegt. Die Thorvaldsen-Schau "Wer Lebenslust fühlet – Der Bildhauer als Zeichner", geplant von Dezember 2011 bis März 2012, entsteht in Zusammenarbeit mit dem Thorvaldsen-Museum in Kopenhagen. Bertel Thorvaldsen (1770 bis 1844), einer der größten und einflussreichsten Bildhauer des Klassizismus, hinterließ mit dem Schillerdenkmal in Stuttgart und dem Gutenberg-Denkmal in Mainz auch in Deutschland seine Spuren.

Doch man muss nicht bis zum Ende des nächsten Jahres warten, um sich von interessanten Ausstellungen im Winckelmann-Museum gefangen nehmen zu lassen. Sehr sehenswert, auch in ihrer originell-maritimen Präsentationsform, sind die antiken Fischteller aus der Sammlung Florence Gottet, die noch bis Anfang März in den Sonderausstellungsräumen in der Winckelmannstraße zu sehen sind. Die umfangreiche Sammlung der farbenprächtigen Teller ist mit dem tragischen Schicksal eines jungen Mädchens verbunden. Weil sie die verspielten Fischmalereien so liebte, schenkte die Schweizer Familie Gottet ihrer todkranken Tochter einen antiken Fischteller nach dem anderen – und wurde so zur Sammlerfamilie.

Den Griechen der Antike folgen die Israelis von heute. Von April bis Juni werden unter dem Titel "Wüstenimpressionen" Gemälde von Sabine Kahane und Fotografien von Arie Bar Lev gezeigt.

Die dritte Sonderausstellung des Jahres unternimmt von Juni bis September eine Zeitreise durch die Kulturen und Epochen und geht der Frage nach: "Was ist schön?" An ihrer Zusammenstellung wird das Kinder- und Erlebnismuseum maßgeblich beteiligt sein.

Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert unter dem Titel "Klassizismus in Deutschland und Italien" werden von September bis November zu sehen sein. Sie entstammen der Sammlung von Dr. Wolfgang von Wangenheim, die ehemals auf Schloss Nöthnitz, einem wichtigen Ort in Winckelmanns Biografie, beheimatet war.