Stendal. Seinen Erfolg möchte Lucas Mikulla nicht an die große Glocke hängen. Aber sein Lehrer Reinhard Preetz vom Rudolf-Hildebrand-Gymnasium tut es. Denn die Schule sei einfach stolz auf den Abiturienten, der mit seinem Projekt erfolgreich beim Landeswettbewerb von "Jugend forscht" war. Den zweiten Platz im Bereich Chemie hat Lucas da belegt, nachdem er schon im Regionalausscheid in Stendal einen ersten Preis gewonnen hatte.

Lucas Mikulla, von dem sein Lehrer Reinhard Preetz sagt, er sei "in Informatik besser als in Chemie", hat Computer-Lernprogramme für den Chemieunterricht entwickelt. In zweien der Programme können Schüler überprüfen, ob chemische Formeln richtig erstellt wurden. Das ist vor allem für Siebt- und Achtklässler gedacht. Ein drittes Programm, im Unterricht der elften Klassen hilfreich, hilft bei pH-Wert-Berechnungen, und ein viertes gibt den Namen eines organischen Kohlenstoffs an, der nachgebaut werden muss.

Dieser letzte Teil des Lernprogramms sei für Lucas die größte Herausforderung gewesen, schätzt sein Lehrer ein. "Sehr schwer zu programmieren, mit unwahrscheinlich vielen Formeln für Klasse 9 bis 12. Aber sehr gut zum Üben geeignet im Chemieunterricht. Es ist für mich eine überragende Leistung, die Lucas selbständig vollbracht hat."

Wie es zu diesen Erfindungen kam? "Ich habe gemerkt, dass Lucas nicht ausgelastet ist", erinnert sich Preetz, "und er fragte nach Zusatzaufgaben. Er hat das dann alles ganz nebenbei gemacht, im Unterricht und teilweise auch zu Hause. Eine starke Denkleistung!"

Die Programme werden seither im Chemieunterricht im Hildebrand-Gymnasium angewandt, und die Schüler seien begeistert. Und: Lucas macht, auch wenn er in wenigen Wochen mit der Schule fertig ist, noch weiter am Programm. "Er will es weiterentwickeln", sagt Reinhard Preetz.