Für 78 Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft Tangermünde hat sich in den vergangenen Wochen der Komfort wesentlich erhöht. Sie sind jetzt per modernem Aufzug erreichbar. 770 000 Euro hat die Genossenschaft in diese Neuerung investiert.

Tangermünde. Es ist eine Investition für die Zukunft - Aufzüge an Neubauten im Tangermünder Wohngebiet zwischen der Heerener und Lüderitzer Straße. Das Mieterklientel wird immer älter. Darauf muss der Vermieter reagieren, wenn er auch in den nächsten Jahren eine geringe Leerstandsquote haben möchte.

Ringo Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft (Woge) Tangermünde, weiß, "wohin die Reise geht". Per Knopfdruck verrät ihm ein Computerprogramm, dass der Altersdurchschnitt seiner Mieter bei 53 Jahren liegt. Um sie als solche zu halten, ihnen ein Leben in der Genossenschaftswohnung auch dann möglich zu machen, wenn das Treppensteigen nicht mehr ganz so flott oder gar nicht mehr gehen will, setzt er auf Wohnkomfort.

Machte der Vorgänger von Ringo Schmidt, Heinz Martini, vor wenigen Jahren den Anfang und baute in der Beethovenstraße den ersten gläsernen Aufzug an, so folgte danach ein weiterer dieser Bauart ebenfalls in diesem Straßenzug.

Allein seit März dieses Jahres wurden sieben Hauseingänge mit Aufzügen ausgerüstet - die der Robert-Schumann-Straße 4 bis 7 und der Mozartstraße 11 bis 13. Das war möglich, weil diese Konstruktion nicht aus Stahl und Glas, sondern aus Beton besteht, und Arbeiten in den Wohnungen nicht erforderlich wurden. Lediglich die Hausflure mussten und müssen noch von Malern instand gesetzt werden. Die vier Eingänge der Schumann-Straße erhielten nach dem Aufzuganbau gleich noch eine Fassadenerneuerung, so dass der nachträglich angebaute Komfort überhaupt nicht auffällt.

Was dem Vorstandvorsitzenden jedoch gern ins Auge fällt, ist die Zahl der Wohnungsvermietungen in den jetzt mit Aufzug erreichbaren Wohnungen. "Sie sind zu 100 Prozent vermietet", berichtete er gestern. Zwar habe es während der Bauzeit Mieterwechsel gegeben. Einige Genossenschaftsmieter entschieden sich für den Einzug in eine dieser Wohnungen, um den Komfort genießen zu können. Die meisten seien jedoch neu hinzugekommen - aus Tangermünde, der Region und sogar aus den alten Bundesländern, die hier ihren Ruhestand verbringen möchten.

Im März hatten die Bauarbeiten an den beiden Wohnblöcken begonnen. Wetterbedingte Verzögerungen und erhöhte Bauauflagen hätten das gesamte Projekt in die Länge gezogen, berichtete Ringo Schmidt. Aber jetzt sei ein Abschluss in Sicht. Im Oktober würden die letzten Hausflure gemalert sein.

Wer mit einem der modernen, hell erleuchteten und farbenfreundlichen Aufzüge unterwegs ist, der, so versicherte Ringo Schmidt während einer Probe-Auf- und -Ab-Fahrt, sei rund um die Uhr mit dem Service des Aufzugherstellers verbunden. Im Notfall sei also immer jemand erreichbar. Selbst der Wachschutz, der im Havariefall als erster alarmiert wird, wisse, was zu tun ist, wenn der Aufzug klemmt. Doch bisher funktionieren die Aufzüge völlig problemlos.

Um auch weiteren Mietern Komfort zu bieten, "haben Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, diese Investitionen weiterzuführen", sagte Ringo Schmidt gestern. 2012 werden drei weitere Aufzüge gebaut. Außerdem erhalten im nächsten Jahr 50 Prozent der Genossenschaftswohnungen Rauchmelder in allen Wohn- und Schlafräumen sowie Fluren. 2013 werden die anderen 50 Prozent damit ausgestattet. 2012 und 2013 werden weitere Rollatorenstellplätze geschaffen. Demnächst beginnen Dämmarbeiten auf dem Dachboden der Mozartstraße 11 bis 13. Diese werden 2012 in der Schumann-Straße fortgesetzt.

Dass Woge-Wohnungen begehrt sind, zeigt die Statistik: Am 31. August standen drei Prozent der 557 Genossenschaftswohnungen leer, die meisten davon in den oberen Etagen.

 

Bilder