Stendal möchte die Kinder seiner nördlichen Ortsteile, speziell die Grundschüler, möglichst bald in die Stadt holen. Spätestens mit dem Schuljahr 2014/15 soll es soweit sein. Doch die Beschlussvorlage ist in Teilen umstritten und wird in den Ausschüssen noch diskutiert.

Stendal. Die Grundschüler aus Jarchau gehen in die Sanner Grundschule; der Schulweg der kleinen Groß Schwechtener, Peulinger und Neuendorfer führt nach Rochau. Damit müsse so bald wie möglich Schluss sein, die Kinder aus den Ortsteilen sind auch Stendaler und gehören in die Stendaler Schulen, sagte man sich in der Stadtverwaltung. Zumal die Stadt für die Beschulung in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck Geld bezahlen muss, rund 40 000 Euro Gastbeiträge jährlich.

Die Verwaltung hat jetzt den Stadträten eine Vorlage präsentiert, die einen möglichen Weg der Grundschulkinder aus den nördlichen Ortsteilen in die Hansestadt skizziert, ohne die Schulen in Sanne und Rochau sofort zu Schließungskandidaten zu machen. Vor einem Jahr hatte Stendal beim Landkreis, der für die Schulentwicklungsplanung zuständig ist, die Beschulung der Kinder in Stendal ab dem Schuljahr 2011/12 beantragt. Das war in den Ausschüssen des Kreistages und in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck auf Widerstand gestoßen. Am Ende war der Kreistag nicht bereit, die Schulentwicklungsplanung in diesem Sinne zu ändern.

Der nun vorliegende Beschlussentwurf ist milder. Er sieht vor, dass die Ortsteile Jarchau, Groß Schwechten, Peulingen und Neuendorf am Speck ab dem Schuljahr 2011/12 gleichberechtigt den Schulbezirken Grundschule Sanne und Grundschule Nord in Stendal beziehungsweise Rochau und Grundschule "Am Stadtsee" in Stendal zugeordnet werden. Mit anderen Worten: Die Eltern in Jarchau könnten zwischen Sanne und der Grundschule Nord wählen, die in Groß Schwechten und Umgebung zwischen Rochau und der Grundschule "Am Stadtsee". Das aber nur für begrenzte Zeit. Ab 2014/15, so heißt es im Punkt 3 der Vorlage, sollen die Kinder aus diesen Ortsteilen "ausschließlich in Stendal" beschult werden.

Der Fraktion Linke/Bündnisgrüne ist diese Variante noch nicht mild genug. Es habe sich seit dem vergangenen Jahr zwar einiges bewegt, "die Stadt übernimmt Verantwortung für das Umland", lobte Mario Blasche am Dienstag im Finanzausschuss. Aber mit Punkt 3 könne seine Fraktion nicht leben, damit würde "der Schließungsbeschluss für die Schulen in Sanne und Rochau auf den Weg gebracht", sagte er. Ganz anders CDU-Stadtrat Heinz-Jürgen Twartz, zugleich Ortsbürgermeister in Jarchau. Im Eingemeindungsvertrag stehe bereits das Jahr 2006 als Beginn der Beschulung in Stendal. Die Jarchauer Eltern wollten endlich Sicherheit, einige würden ihre Kinder schon jetzt nach Stendal schicken.

Trotzdem sieht die CDU noch Klärungsbedarf und beantragte die Zurückstellung des Antrages. Dem folgte der Ausschuss mehrheitlich.