8000 Motive haben die Schüler der Pestalozzischule geknipst. Für ein Foto-Projekt begaben sie sich auf Detailsuche und haben abwechslungsreiche Einblicke festgehalten. Nun präsentieren sie ihren Stadtteil: Stadtsee.

Stendal l "Mein Lieblingsplatz ist der Hügel vor dem Tierpark. Da stehen zwei Bänke, da hab ich gern gesessen", erinnert sich der 14-jährige Erik Herkner. Im Wohngebiet Stadtsee kennt er sich aus. Denn im Projekt der Pestalozzischule "Ansichtssache Stadtsee" hat er diesen Stadtteil genau unter die Lupe genommen. Mit einer Digitalkamera.

An seinem Lieblingsort ist auch ein Bild entstanden, das in der Ausstellungseröffnung im November für allerlei anerkennendes Lob unter den Lehrern gesorgt hat. "Die Enten von Erik waren sehr beliebt", erzählt Melanie Berner, Berufseinstiegsbegleiterin an der Pestalozzischule.

Zusammen mit der Schulsozialarbeiterin Johanna Weniger hat sie das Fotografie-Projekt von April bis November betreut. "Wir wollten den Schülern zeigen, was Unterricht auch sein kann", erzählt Johanna Weniger. Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis hat den Schülern gut getan.

Sich über einen langen Zeitraum mit einer Sache zu beschäftigen, fiel den Schülern schwer. Deshalb sollte dieses Projekt gerade Schwachstellen wie Konzentration, aber auch Medienkompetenz, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit fördern. Die Lehrerinnen zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden.

"Wir waren eine lustige Truppe."

Erik Herkner

Und was sagen die Schüler? Erik Herkner hat sofort eine Antwort parat: "Wir waren eine lustige Truppe." Sein Kumpel Christoph Ernst Schmidt stimmt ihm zu. Auf seinem Foto sind zwei Schattenfiguren zu sehen, ein Freund und er hatten sich dafür in Szene gesetzt. "Wir sollten uns aus der Perpektive eines Hundes fotografieren", amüsiert sich der 15-Jährige und findet die anfänglich merkwürdige Idee der Lehrer auf seinem Foto sehr gelungen.

Katherin Pusch hat das schönste Foto der Schule gemacht, das haben die Schüler ihrer Klasse entschieden. Ja, Spaß habe ihr das Fotografieren schon gemacht, sagt sie bescheiden, und schön findet sie eigentlich alle Bilder.

Der Höhepunkt war für die Mädchen allerdings der Besuch im Fotostudio Ullrich. Da konnten sie gegenseitig Porträts voneinander machen und die Bilder hinterher am Monitor selbst bearbeiten. Am Ende durften sie ihr eigenes Porträt im Rahmen mitnehmen. "Das hat die Mädchen unheimlich motiviert", sagt Johanna Weniger und lächelt.

Insgesamt 8000 Motive haben die Schüler mit der Kamera festgehalten, 15 Leinwände, 23 Poster, 146 Bilder und 160 Postkarten sind entstanden. Die Kunstwerke hängen noch in der Aula. "Später werden wir sie in der Schule verteilen und im MAD-Club präsentieren", freut sich Melanie Berner und liebäugelt gleichzeitig noch mit einer Ausstellung in der Wandelhalle.