Der Mann, der am Dienstagnachmittag in der Stendaler Innenstadt um sich schoss, steht in der Uchtspringer Fachklinik für Psychiatrie unter Bewachung.

Stendal l Dirk D. bleibt vorerst im Gewahrsam des Fachklinikums für Psychiatrie und Psychotherapie in Uchtspringe (Landkreis Stendal). Das kann zunächst bis zu sechs Wochen nach einer richterlichen Anordnung sein, die gestern erfolgte, sagte der Sprecher des Stendaler Amtsgerichts, Marc Lienau, der Volksstimme.

Unterdessen bleibt die Schreckschusswaffe, mit der der 37-Jährige am Dienstagnachmittag wild um sich schoss und für Angst und Schrecken in der Bismarckstraße am nördlichen Rand der Innenstadt sorgte, verschwunden. Die Polizei durchsuchte gestern intensiv Wohnhaus und Grundstück des Mannes. Es soll sich um eine nagelneue Schreckschusspistole mittleren Kalibers zwischen sechs und neun Millimetern handeln. Mit ihr schoss er auf einen Mitarbeiter der Stadtwerke Stendal, der zuvor die Sperrung des Wasseranschlusses außerhalb des Wohnhauses von Dirk D. am Dienstag gegen zirka 14 Uhr kontrollieren wollte.

Dieser war nach Aussagen von Stadtwerke-Vertriebsleiterin Heike Weidemann am 28. November gesperrt worden, weil D. "seit Monaten seine Rechnungen an uns nicht bezahlt hat". D. hatte die Sperre allerdings gelöst, so dass der Stadtwerke-Mann die Leitung erneut verplomben musste.

Zudem liegt seit Anfang Dezember eine Anzeige der Stadtwerke gegen Dirk D. vor, weil er am 5. und 7. Dezember "im Kundencenter randaliert und bei uns den Zeiterfassungsautomaten für unsere Mitarbeiter aus der Wand gerissen hat", sagte Heike Weidemann weiter. Ihrem bedrohten Mitarbeiter gehe es hingegen gut, versicherte die Geschäftsbereichsleiterin. Ein so massiver Angriff gegenüber einem Stadtwerke-Angestellten sei bislang noch nicht vorgekommen, bestätigte Vorstandschef Thomas Bräuer gestern. Dabei habe sich sein Angestellter "genau richtig verhalten, ist ruhig geblieben, losgefahren und hat uns über den Vorfall informiert, so dass wir die Polizei alarmieren konnten", berichtete Bräuer weiter.

Die Schreckschusspistole, mit welcher Dirk D. auf weitere Passanten gezielt und geschossen hat, soll er wenige Tage zuvor in einem Waffengeschäft in Stendal legal erworben haben. Dazu musste er laut der Buchführungspflicht für einen derartigen Waffenverkauf seinen Ausweis vorzeigen und eine Unterschrift leisten, dass er über den Umgang belehrt worden sei, bestätigte Geschäftsinhaber Jörg Werthe der Volksstimme.

In seiner unmittelbaren Umgebung war Dirk D. in den vergangengen Monaten mehrfach - vor allem durch stundenlange Lärmbelästigungen - aufgefallen. Einer der Nachbarn, der ihn 20 Jahre kennt, sagte gestern, D. habe sich seit zwei Jahren mehr und mehr zurückgezogen und kaum noch bei Kontaktaufnahmen reagiert.

SEK-Einsatz in Stendal

Ein bewaffneter Mann hat gestern in Stendal vor seinem Haus Passanten mit einer Waffe bedroht und Schüsse abgefeuert. SEK-Beamte stürmten danach sein Haus, in dem er sich verbarrikadiert hatte.
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  • Quelle: Thomas Butzek


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