Die Schreckschusspistole von Dirk D., dem Schützen vom Dienstag, ist gestern gefunden worden. Die Ermittler fanden zudem Spuren, die auf ein Feuer hindeuten.

Stendal l Dirk D. schweigt beharrlich. Der Amok-Schütze vom Dienstagnachmittag, der einen Angestellten der hiesigen Stadtwerke sowie Passanten aus einer Schreckschusspistole mit mehreren Schüssen in der Bismarckstraße vor seinem Haus mit der Nummer 4 beschossen hat und wenige Stunden danach durch ein Sondereinsatzkommando (SEK) überwältigt und festgenommen werden konnte, bezieht zu den Vorwürfen gegen ihn bislang keine Stellung. Konkret halten ihm die Ermittler von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft drei Vergehen vor: Bedrohung, versuchte Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. D. ist in Uchtspringe in der geschlossenen Abteilung der Fachklinik für Psychatrie und Psychotherapie für derzeit sechs Wochen nach einem richterlichen Beschluss untergebracht.

Die Polizei machte keine näheren Angaben zu der gestern gefundenen Schreckschusswaffe. Nach Volksstimme-Recherchen soll es sich um ein mittelkalibrige Pistole zwischen sechs und zehn Millimetern handeln. Anfang Dezember erst hatte D. sie in einem Stendaler Waffengeschäft legal erworben. Gegen die Vorschriften, wie er sie zu verwenden hat, hatte er nun verstoßen, weswegen auch in dieser Sache gegen Dirk D. ermittelt wird. Kurz bevor der 37-Jährige überwältigt worden ist, hatte er die Tatwaffe in seinem Haus verstecken können. Nach knapp zweitägiger intensiver Suche entdeckte sie nun die Polizei.

Unterdessen fanden die Ermittler der Spurensicherung überdies Hinweise darauf, dass D. in seinem Haus offenbar ein Großfeuer legen wollte. Zumindest deuten einige Vorbereitungen darauf. Nach Polizei-Informationen spürten die Beamten im Inneren des Hauses von D. einen vermeintlich zum unmittelbaren Anzünden vorbereiteten Haufen mit Papier und Holz auf. Drumherum hatte der Mann in der Wohnung bereits Benzin vergossen. "Es kann davon ausgegangen werden, dass mit der Stürmung des Hauses, der Festnahme des Tatverdächtigen und der anschließenden Zuführung zu einer psychologischen Betreuung womöglich Schlimmeres verhindert wurde", äußerte Polizeisprecherin Doris Grunau.

Ermittlungen der Stendaler Kriminalpolizei dauern an

Welche Motive D. gehabt haben könnte, darüber wollen die Ermittler nicht spekulieren; auch weil D. dazu schweigt. Weder können private Gründe, noch die Auseinandersetzung mit den Stadtwerken um Strom und Wasser bestätigt oder ausgeschossen werden. Derweil laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei dazu und auch am Haus des Verdächtigen weiter. Wie lange sie noch andauern können, ist ungewiss. Einer der zu klärenden Umstände ist weiter, ob Dirk D. für seine Schreckschusspistole zumindest einen so genannten "Kleinen Waffenschein", der seit der Novellierung des Waffengesetzes in Deutschland von 2002 existiert, tatsächlich führen musste. Dieses Dokument ist vorgeschrieben, wenn man eine Schreckschusswaffe außerhalb der "eigenen Wohnung, der eigenen Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums bei sich führt", wie der Leiter des Ordnungsamtes des Landkreises Stendal, Martin Falkhofen, der Volksstimme bestätigte. Ob diese Voraussetzungen auf Dirk D. zutreffen, wird derzeit geprüft.

Wie lange D. in Uchtspringe hinter geschlossenen Türen bleibt, könnte noch dieses Jahr entschieden werden. Sicher ist: Eine Ausweitung über die sechs Wochen hinaus wie auch eine Verkürzung dieses Zeitraumes bedarf einer weiteren richterlichen einstweiligen Verfügung.

SEK-Einsatz in Stendal

Ein bewaffneter Mann hat gestern in Stendal vor seinem Haus Passanten mit einer Waffe bedroht und Schüsse abgefeuert. SEK-Beamte stürmten danach sein Haus, in dem er sich verbarrikadiert hatte.
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  • Quelle: Thomas Butzek


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