Auch wenn sie längst Strom liefern sollten - die beiden im Südosten Stendals geplanten Solarparkprojekte sind nicht ad acta gelegt. Im nächsten Jahr wollen beide Investoren loslegen.

Stendal l "Sonnige Aussichten" verspricht die Bautafel am Alma-Haltepunkt Bindfelde an der Tangermünder Chaussee. Davon soll sich vor allem derjenige angesprochen fühlen, der sein Geld in den hier geplanten Solarpark stecken möchte. 6,5 Prozent Rendite werden in Aussicht gestellt. Eigentlich wollte das Paderborner Unternehmen "energy4ever", das das ehemalige Heizwerkgelände gekauft hat, hier längst Strom aus Sonnenenergie produzieren. Ursprünglich schon 2010, dann im September 2011.

Doch die Mühlen von Planungsverfahren mahlen nicht so schnell. Erst am Montag dieser Woche verabschiedete der Stadtrat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die notwendige Änderung im Flächennutzungsplan der Stadt. Werden nun die Sonnenkollektoren an der Tangermünder Chaussee gesetzt?

"Sobald wir den letzten Stempel haben, beginnen wir mit dem Abriss der maroden Gebäude, so dass wir im Frühjahr nächsten Jahres die kristallinen Module aufbauen können", umreißt energy4ever-Geschäftsführer Uli Biermann seinen Zeitplan. Was noch aussteht, sei die eigentliche Baugenehmigung, doch das, so der Paderborner, sei ein formaler Akt, der relativ kurzfristig realisiert werden könne.

Die Photovoltaikanlage an der Tangermünder Chaussee soll 1,8 Megawatt Strom produzieren. Das Paderborner Unternehmen rechnet mit Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro. 100000 Euro sind für Abrisse geplant.

Mit 4,5 Megawatt und zehn Millionen Euro Investitionssumme ist das Projekt der Spot Energy GmbH aus dem vorpommerschen Demmin um einiges größer. Die Firma will ihren Solarpark auf eine große Brache am Alten Ziegeleiweg setzen - genau dort, wo in den 1950er Jahren zu Lok Stendals Oberligazeiten ein Fußballstadion geplant war. Davon zeugen noch heute sich zu einem Oval formende Wälle, die statt Fußballfans künftig von Sonnenkollektoren besiedelt werden sollen.

Die Bauleitplanung der Stadt dafür ist noch nicht abgeschlossen. Spot-Energy-Geschäftsführer Manfred Petry, der schon im Juni dieses Jahres bauen wollte, hofft nun auf einen Baubeginn im Sommer 2012.