Stendal l Mit einem abwechslungsreichen Weihnachtskonzert im Musikforum Katharinenkirche setzte die Musik- und Kunstschule Stendal nicht nur einen bewussten Kontrapunkt zur hektischen Vorweihnachtszeit. Das traditionelle Abschlusskonzert der Musikschule zeigte eindrucksvoll das umfangreiche Können der Schüler.

Fröhlich eingestimmt wurde das Publikum gleich zu Beginn vom Kindergitarrenensemble mit einem Stück von Telemann. Musikschulleiterin Maike Schymalla führte dann durch eine musikalische Mischung aus Solisten- und Gruppenauftritten. Ob es die beiden siebenjährigen Mädchen Lotte Mia Muleit mit der Blockflöte und Mirja-Marliese Thom an der Gitarre mit dem traditionellen Stück "Was soll es bedeuten", die Pianisten Anika Briese und Sebastian Sörgel wunderschön vierhändig mit Rachmaninoffs "Slava, aus Six moreaux" oder das "In dulci jubilo" (gesungen von den Erwachsenen) waren - alle Semester gaben ihr Bestes.

Es machte Spaß, diese Bandbreite ausgesuchter Kompositionen zu erleben. Mutig Edwin Löwen mit der Violine als erster Solist. Ein sehr schönes Klangerlebnis schaffte Steffen Werner mit dem Akkordeon, das "Semper fi" erfüllte mit einem berauschenden Sound die gesamte Kirche. Im gleichen Atemzug zu erwähnen, weil selten in dieser Instrumentenbesetzung zu hören: drei Fagotte und ein Fagottino spielen den Radetzkymarsch, dargeboten von Paula Dieckmann, Paul Gregor, Marie Antonia Habendorf und Vanessa. Für diesen schweren Part ernteten sie lang anhaltenden Applaus.

Rosa Ballettröckchen gab es für das Auge. Lieblich anzusehen tanzten Pauline Leuer, Sophie Maiwald, Jette und Jordis Michaelis aus dem Ballettstudio "La danse" das Pizzikati, und wie ein Kontrastprogramm trommelten anschließend Max Herrmann und beim zweiten Stück Johann Pankonin am Schlagzeug so professionell und emotional auf die Felle, dass der Saal förmlich tobte. Ihr Taktgefühl trieb die Gruppe ebenso vorwärts, wie rhythmisch cool an. Luca Pitzinger und Marc Suchanek vervollständigten den Genuss.

Mit dem Querflötenensemble - hier Carl Richard Otto Edler, Tabiha Harzer, Lukas Oesemann und Carolina Stein - und dem "Pastorale aus dem Weihnachtskonzert" zogen besinnliche Töne ein. Eine sehr begabte Laura Roever mit der Blockflöte, dem Spinett stimmig zugeordnet, unterstrich die sanfte Melancholie. Diese wurde mit einer amüsanten Geschichte aus einem Schüler-Aufsatz - "Zum Advent" (Autor unbekannt) - vertrieben, vorgetragen von Maike Schymalla.

Bevor die "Staatlich anerkannte Musikschule mit dem Qualitätssystem QsM" auch in diesem Jahr wieder den Prüflingen die Zeugnisse übergeben konnte (siehe Info-Kasten rechts), gab es noch einmal vierhändiges Klavierspiel, diesmal mit Lina und Martin Schreier, und einen sanften "Twilight Dream" mit Sophie Döring (Violine) und Reinhard Zille (Klavier).

Das absolute Highlight des Abends erklang zum Schluss mit dem gesamten Orchester unter Leitung von Marc Jacko. Spielfreude, gepaart mit einer gut durchdachten Klangvielfalt, verzauberte den Abend. Nach drei wunderschönen Stücken erklang lautes rhythmisches Klatschen, und glänzende Musikeraugen sagten dankeschön.