Einen Kulturtag verbrachte Kultusminister Stephan Dorgerloh gestern in Stendal. Zu seinen Stationen gehörten das Theater der Altmark, das Winckelmann- und das Altmärkische Museum.

Stendal l Schon ein paar Tage vor dem Fest hatte Kultusminister Stephan Dorgerloh gestern ein Weihnachtsgeschenk mitgebracht. Mit 97000 Euro unterstützt das Land die Winckelmann-Gesellschaft beim Betreiben ihres Museums. "Es ist im Norden des Landes ein wichtiger Ankerpunkt. Die Projektförderung ist als Signal gedacht", sagte er bei seinem Besuch in Stendal. Oberbürgermeister Klaus Schmotz bezeichnete das als "sehr schöne Nachricht".

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Tilman Tögel verbrachte der Minister einen Kulturtag in der Rolandstadt. Zu seinen Besuchsorten gehörten das Altmärkische Museum und zum Auftakt erstmals das Theater der Altmark. Intendant Dirk Löschner gab einen Abriss der Geschichte und schilderte die schwierige Situation des Hauses in einer Region mit sinkenden Bevölkerungszahlen. "Das kann man an den Besucherzahlen des Weihnachtsmärchens ablesen", sagte er. Mitte der 90er Jahre hätten das noch allein in der Stadt Stendal 12000 Kinder gesehen, diese Zahl werde jetzt nur noch durch die Abstecherauftritte erreicht. Dorgerloh zeigte sich von der Jugendarbeit des Theaters fasziniert, die in gleich zwei Clubs stattfindet. Das ist ein Punkt auf der Habenseite. Und er ging zurück in die Mitte der 90er Jahre, als aus dem Drei-Sparten-Theater ein Ein-Sparten-Haus wurde. "So bitter es war, aber diese Strukturentscheidung hat zur Stabilität des Hauses beigetragen", sagte er. Er freut sich, dass die Stadt Stendal das Theater so sehr unterstützt, es wird allerdings noch ein deutliches Gespräch mit dem Altmarkkreis Salzwedel geben. "Er muss sich wieder im Kreis der Förderer einfinden", forderte der Minister. Kultur kann nur mit einem solidarischen Miteinander erhalten werden. Natürlich ist das Theater in Stendal beheimatet, durch seine Gastspiele ist es aber in der Tat ein Theater der Altmark. Er sieht allerdings keine Gefährdung für das TdA. Da gibt es andere Standorte, die sich Gedanken machen müssen, etwa Halberstadt und Halle. Bei der Trägerkonferenz am 23. Januar wird man sich die Theaterverträge anschauen. Seine Vorstellung ist es, die Verträge für ein Jahr zu den alten Konditionen zu verlängern. Das gibt genügend Zeit für notwendige Überlegungen. Der derzeit laufende Theatervertrag endet 2012. Das Land unterstützt das Haus mit 1,5 Millionen Euro, die Stadt Stendal schießt 990000 Euro dazu, und der Landkreis Stendal ist mit rund 464000 Euro dabei. Der Salzwedeler Kreistag hatte 2005 beschlossen, aus der Förderung auszusteigen. Löschner mahnte, das Personal nicht zu reduzieren: "Zwei unserer drei Beleuchter sind krank, dadurch fielen Vorstellungen aus."