Stendal (ge) l Gegenwärtig ertönen landauf und landab die Jagdhörner in Wald und Feld. Es ist Jagdhauptsaison. "Spaziergänger müssen damit rechnen, des öfteren auf Jäger zu treffen", macht Siegfried Holzinger aufmerk- sam. Der Sprecher der Stendaler Jägerschaft weiß das auch zu begründen: "Wir wollen der Forderung unseres Landesjagdverbandes gerecht werden. Es geht um die Anpassung der Wildbestände an die Landeskultur und Schaffung beziehungsweise Erhaltung gesunder Wildbestände." Darum werde derzeit überwiegend Schalenwild, besonders Sauen, gejagt. "In einigen Revieren der Jägerschaft ist der Wildschadensdruck so hoch, dass der Not gehorchend die volle Aufmerksamkeit auf das Schwarzwild gerichtet ist."

Immer mehr Schwarzwild

An diesen Gesellschaftsjagden nehme oft das ganze Dorf Anteil, wenn die Jäger und ihre Helfer zur Mittagszeit nach dem "Strecke legen" zum zweiten Treiben aufbrechen. Die Strecke sorge noch lange für Gesprächsstoff, wenn sie reichlich ausfiel, wie unlängst in der Hegegemeinschaft Hohenwulsch. Vier Stücken Damwild, 29 Sauen, 17 Rehe und ein Fuchs wurden zur Strecke gebracht. In den vergangenen Wochen waren es mehr als 50 Sauen. Die Ursachen für die größer werdenden Populationen seinen vielfältig. Siegfried Holzimngen nennt einige Beispiele: "Das geht von klimatischen Veränderungen bis zu Veränderungen in der Landwirtschaft. Die Folge ist eine geringere Sterblichkeit bei den Frischlingen und Fraß für die Sauen ohne Ende."

Schonfrist für Rehböcke

Das häufigste und flächen- deckend auftretende Schalenwild ist und bleibt das Rehwild, stellte die Stedaler Jägerschaft bei den diesjährigen Herbstjagden fest. Rehwild passe sich sehr gut an unterschiedlichste Lebenssituationen an. Bedenklich seien die Versuche, die Jagdzeiten für Rehböcke bis zum 31. Januar zu verlängern.

"Die Kreisjägerschaft lehnt das ab", sagt Holzinger, denn laut Jagdgesetz dürfen vom 15. Oktober bis zum 30 April keine Rehböcke geschossen werden. Eine Regelung, die bewusst getroffen und auch einzuhalten sei. Die Mitglieder der Stendaler Jägerschaft werden den Forderungen des Jagdverbandes gerecht, unterstreicht deren Sprecher, der darauf auch zurückführt, "dass diese Tätigkeit und eine bodenständige Jagd kaum Aktzeptanzprobleme fürchten muss."