Stendal l Auch Renate Krause wird in diesem Jahr noch zu ihrem letzten und im neuen Jahr zu ihrem ersten Arbeitstag antreten. Dann übernimmt sie das Domhüten und wird die neue Küsterin.

Hat man nach so vielen Arbeitsjahren noch Herzklopfen vor einem ersten Tag? "Klar, ein bisschen aufgeregt bin ich schon", sagt die Mittfünfzigerin. Doch die Arbeit ist für sie nicht neu, schließlich ist sie seit über zehn Jahren im Küstergeschäft. In der Marienkirche hat Krause Gottesdienste, den Bartholomäustag oder Konzerte vorbereitet, sich um die Organisation von Afrika- und Marienkreis gekümmert. Und als Pfarrerin Daniela Schröder bei ihren Familiengottesdiensten eine helfende Hand benötigte, war es für Renate Krause selbstverständlich, immer dabei zu sein. Sie liebt kleine Kinder. "Ich bin nicht hingegangen, weil ich musste, sondern weil es schön ist, bei den kleinen Mäusen zu sein", schwärmt sie, und ihre Augen leuchten.

Der Dom St. Nikolaus ist Renate Krause durch viele Gottesdienstbesuche vertraut. Was hat sie nun bewegt, an den Dom zu wechseln? "Ich sehe den Wechsel als Herausforderung. Auf mich warten viele neue Aufgaben", begründet sie und ist schon sehr gespannt auf den Ausbau des Doms. "Ich würde mich da so gern einbringen und zeigen, dass ich was kann."

Ihrer geliebten Marienkirche kehrt sie in keinem Fall den Rücken, hier hat sie schließlich viele Menschen kennengelernt und in ihr Herz geschlossen. "Ich werde meine Leute nicht aus den Augen verlieren", sagt sie warmherzig. Vor allem die älteren Damen aus dem Marienkreis hatten ein wenig Angst um ihre Küsterin. Eine Plauderrunde ohne sie? Doch das ist für Renate Krause kein Thema, schließlich ist sie froh, dass sie ihnen etwas zurückgeben kann. "Die älteren Frauen, die die Kirche offenhalten, und andere Damen kommen regelmäßig zum Marienkreis, trinken Kaffee, essen Kuchen und lauschen Pfarrer Kähler, der immer irgendetwas Interessantes zu einem bestimten Thema erzählt. Das macht sie so glücklich. Und das macht auch mich glücklich."

Nun freut sich die Stendalerin auf viele neue Begegnungen, die sie im Dom erwarten. Doch bis dahin hat sie noch alle Hände voll zu tun. Weihnachten steht vor der Tür. Auch in der Marienkirche. Dann soll alles schön dekoriert sein. "Ich freue mich ja auch, wenn ich zum Gottesdienst gehe und die Kirche schön geschmückt ist."