Die Fähre Ferchland/Grieben hat doch nicht wie geplant mit dem Jahresbeginn den Fährbetrieb aufnehmen. Der neue Termin für die Aufnahme des Fährbetriebes ist ungewiss.

Ferchland l Die Landrevision der Elbfähre Ferchland/Grieben zieht sich hin. Eigentlich sollte das Schiff gestern erstmals wieder die Pendler über den Elbstrom transportieren. Am Freitag teilte die Gemeindeverwaltung Elbe-Parey überraschend mit, dass die Fähre nicht wie geplant ihren Betrieb aufnehmen kann. Damit verzögert sich die Inbetriebnahme der Fähre weiter. Eigentlich sollte das Schiff schon längst wieder auf der Elbe unterwegs sein, teilte Elbe-Pareys Bürgermeisterin Jutta Mannewitz erst kürzlich im Gemeindeblatt mit.

Lieferung eines Ersatzteiles steht noch aus

Am 1. November vergangenen Jahres wurde die Fähre außer Betrieb gesetzt. Eine Landrevi- sion stand an. Planmäßig müssen Fährschiffe alle fünf Jahre dieser großen Überprüfung, verbunden mit notwendigen Reparaturen, unterzogen werden. Sechs Wochen waren dafür veranschlagt. Die von der Gemeinde beauftragte Werft in Derben habe aber Probleme mit der Ersatzteilbeschaffung, hieß es Mitte Dezember, kurz bevor die Fähre hätte nach den ursprünglichen Planungen wieder pendeln sollen. Zu diesem Zeitpunkt ging die Elbe-Pareyer Verwaltung noch davon aus, dass die Werft bis zum Jahresende die Arbeiten abschließen könne.

Wann das Schiff wieder einsatzbereit sein wird, ist derzeit noch offen. Bürgermeisterin Jutta Mannewitz sagte auf Nachfrage der Volksstimme, dass ein geliefertes Teil nicht richtig funktioniere. Deswegen bemühe sich die Werft bei dem Lieferanten um Ersatz. Wann das Ersatzteil geliefert werden könne, sei offen, fügte sie hinzu.

Schnellstmöglich werde sich die Verwaltung äußern, wann das Schiff voraussichtlich wieder verkehren solle. Die Gemeinde hatte die Fähre erst im April übernommen, nachdem der private Fährmann überraschend das Fährgeschäft aufgegeben hatte.

Das Fährgeschäft ist vor allem aus wirtschaftlicher Sicht kaum kalkulierbar. In den vergangenen Wintern mussten die Fährschiffe wegen Hochwasser oder Eis oft lange Zeit an Land bleiben. Jeder Tag, an dem das Schiff nicht fährt, kostet trotzdem Geld in Form der Löhne für die Beschäftigten. Einnahmen fielen in den zurückliegenden Jahren teilweise wochenlang aus. Neben dem Unterhalt für das Schiff muss der Fährbetreiber für die regelmäßigen Landrevisionen Geld beiseite legen. Das war in der Vergangenheit kaum möglich. Die Revisionen sind aber wie die Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen vorgeschrieben und dazu sehr teuer.

Kein privater Betreiber wollte das Risiko übernehmen

Nicht nur in Ferchland gab der Fährbetreiber auf. Etwas stromaufwärts gab unter anderem ebenfalls der Betreiber der Elbfähre Breitenhagen auf.

Das Schiff hatte er von der Stadt Barby gemietet, die ebenfalls den Weiterbetrieb organisierte. Dort betreibt die Gemeinde insgesamt drei Fähren. Eine Privatisierung der Schiffe schlug in diesem Jahr fehl. Kein privater Betreiber wollte das Risiko übernehmen. Denn auch hier hatten die Fähren in den vergangenen Jahren tiefrote Zahlen geschrieben. Das Land beteiligt sich an den Kosten für die Fährschifffahrt nicht, obwohl Gemeinden, die eine Fähre betreiben, seit Jahren darauf drängen. Ob sich für Elbe-Parey das Engagement in der Fährschifffahrt rechnet, bleibt erste einmal abzuwarten.