Insel l Mit einer Demonstration durch das Dorf haben am Sonnabendnachmittag 35 junge Menschen aus der antifaschistischen Szene gegen eine Beteiligung rechter Kameradschaften bei einigen der Kundgebungen gegen den Aufenthalt der beiden ehemaligen Sexualstraftäter in Ort protestiert. Mit Transparten wie "Die Nazis haben sich in Insel einfach willkommen gefühlt" und "Gegen Todesstrafe - keine Nazis" sowie Sprechchören - "Wer schweigt stimmt zu, lass die Nazis nicht in Ruh" - zogen sie ohne besondere Vorkommnisse durch das Dorf. Begleitet und beobachtet wurden die Demonstranten dabei von einem 40-köpfigen Polizeiaufgebot.

Um 13.20 Uhr war ein Bus aus der Landeshauptstadt zu der vom Arbeitskreis Antifaschismus Magdeburg angemeldeten Demonstration mit 21 Teilnehmern eingetroffen. Dazu gesellten sich noch kleine Delegationen von Sympathisanten aus Stendal, Salzwedel, Ludwigslust und auch aus Insel.

Die Bevölkerung nahm nur verhalten von dem ungewohnten Besuch Notiz. Vereinzelt gab es zustimmende Kommentare, andere wiederum forderten die Demonstranten auf, das Dorf zu verlassen - "nehmt die beiden Männer gleich mit". Zu richtigen Diskussionen kam es nicht.

Antifa-Sprecher Erik Schulze zog angesichts der unterschiedlichen Reaktionen ein "ambivalentes Fazit". Er freute sich aber, dass sich auch Unterstützer aus der Region der Kundgebung angeschlossen hatten. "Wir werden wieder kommen, wenn die Nazis ungehindert demonstrieren können", kündigte Schulze am Ende der Demonstration an.

Eine Einbindung der rechten Szene hatte Versammlungsleiterin Claudia Bartels am Freitagabend indes verhindert, als eine Frau, die sich zunächst unter die Inseler gemischt hatte, dazu aufforderte, rechte Gruppierungen wieder zuzulassen.

"Wir erwarten einen menschlichen Umgang mit allen Beteiligten und die Bereitschaft zum Dialog", heißt es in einem Offenen Brief, den der Arbeitskreis Antifaschismus in Insel verteilt hatte.