Einen Kurs zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung bietet die Fachhochschule Stendal seit Kurzem an. Dabei sollen die Studenten alle nötigen Fähigkeiten erlernen, einmal Lehrlinge im kaufmännischen Bereich auszubilden. Das Angebot richtet sich an Studenten des dualen Studienganges Betriebswirtschafts-lehre.

Stendal. Zusatzqualifikationen sind das A und O der Ausbildung. Ob Sprachen, bestimmte PC-Kenntnisse oder die Befähigung, andere Leute auszubilden. Die Hochschule Stendal bietet seit geraumer Zeit den Kurs zur "Ausbilder-eignungsprüfung" an. Hier können Studenten des dualen Studienganges Betriebswirtschaftslehre sich zusätzlich ausbilden lassen.

Ziel des Kurses ist, nach dem Studium, im Beruf, Auszubildende, größtenteils im kaufmännischen Bereich, zu betreuen und anzulernen. "Das ist einmalig, dass Studenten solch eine Chance bekommen", erklärt Studienkoordiantorin Karin Bogdahn. Sie hatte gemeinsam mit Andreas Schmiedecke vom Büro für Weiterbildung Stendal, diese Möglichkeit ins Leben gerufen.

Die Bedingungen zur Teilnahme am Kurs hatten sich zugunsten der Studenten gelockert. Es ist mittlerweile nicht mehr erforderlich, einen Berufsabschluss zu haben. "Die Studenten haben ja einen Praxisbetrieb. Das reicht nun aus. Zudem ja davon auszugehen ist, dass alle ihr Studium absolvieren, und dann in den erwünschten Beruf einsteigen", sagt Bogdahn optimistisch.

Der erste Kurs hat die Schulungen nun schon hinter sich gebracht. Das erfreuliche Ergebnisse: Alle haben bestanden. Das freut auch Katja Bläsche. Die Diplom-Pädagogin leitet die Vorbereitungskurse für die Studenten an der Fachhochschule.

Prüfung wird in zwei Teilen absolviert

Gerade erarbeitet Bläsche gemeinsam mit den Studenten alles Wichtige rund um Kündigung und Kündigungsfristen. Gemeinsam sitzen sie über Heften und klären Fragen zu diesem komplexen Thema. "Die Koordination stimmt einfach. Man kann fragen, wenn sich Fragen ergeben. Ganz ohne Hemmungen", sagt Katrin Dulz, die mit etwa 20 anderen Kommilitonen die Vorbereitungskurse besucht.

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen, einmal muss schriftlich bewiesen werden, dass die abgehandelten Themenschwerpunkte verstanden worden sind. Zudem müssen sich die Prüflinge in einer Simulation aus dem täglichen Arbeitsleben behaupten. "Gar nicht so einfach", gibt Bläsche zu, zeigt sich aber optimistisch: "Das schaffen die schon. Vorher wird intensiv geübt."

Ein Vorteil, die Ausbilder-eignungsprüfung über die Hochschule zu absolvieren, ist wohl auch der Preis. Desto mehr Interessierte sich finden, desto günstiger wird es. Oft werden diese Kurse auch zur Hälfte, oder sogar komplett durch die Praktikumsbetriebe gefördert.

"Wir sind schon echt dankbar, dass uns der Kurs angeboten wird. Das hebt und von anderen Studenten natürlich nochmal ab", weiß die 28-jährige Katrin Dulz um ihre Vorteile. Das zusätzliche Lernen scheint die BWL-Studenten dabei nicht zu stören. "Da muss man halt durch, wenn man mal was erreichen will", ist der Tenor der Gruppe.