Von aussterbenden Spezies ist an dieser Stelle schon berichtet worden. Die Liste lässt sich fortsetzen. Denn neben dem Briefmarkenalbum ist auch das Sparschwein vom Tod durch Vergessen und Missachtung bedroht. Davon konnte 1924, als der 30. Oktober zum Weltspartag deklariert wurde, sicher noch keine Rede sein. Aber dass er bis heute tapfer begangen wird, ist – na, eben nicht für die Katz, sondern fürs Schwein.

Meins ist knallrot, aus Pappmaché und schaut ziemlich niedlich drein. Allein letztere Eigenschaft überzeugt mich, dass es nicht sterben darf. Stattdessen muss es sich, nachdem anständig gemästet, alljährlich einer gefährlichen Operation unterziehen. Dann wird die am Bauch verklebte Metallplatte mit einem spitzen Messer gelöst, der dicke Schweinebauch ausgeräumt, die Wunde wieder verschlossen. Ich verschwinde dann in den wahrhaft wohl verdienten Urlaub, der Patient kuriert sich in aller Ruhe aus.

Ich finde das einigermaßen nachhaltig. Anders als beim Schnitzel – Schwein futsch, Gewissen schlecht –, haben alle was davon. Immer wieder. Und man sieht: Geld kann doch glücklich machen – erst das Schwein, das die Scheine nur so wegschmatzt, dann mich in den Ferien.

In diesem Sinne: Es lebe das Sparschwein!