Als Kinderrechte werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet. Weltweit festgeschrieben sind sie in der UN-Kinderrechtskonvention. Über die Rechte der Kinder sprachen Sigrid Nellessen von Unicef Stendal und die Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert mit der 9c des Winckelmann-Gymnasiums.

Stendal. Ein Recht auf gewaltfreie Erziehung oder das Recht auf Bildung: Diese sind nur zwei der 16 grundlegenden Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention. Rechte, die Kinder in Deutschland oft meinen uneingeschränkt ausleben zu können. Aber ist das wirklich so? Dieser Frage ging die Klasse 9c gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Katrin Kunert (Die Linke) und der Unicef-Ehrenamtlichen Sigrid Nellessen nach.

Bildung und soziale Sicherung

Im Vorfeld des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November hat Unicef Deutschland zu einer "Aktionswoche der Kinderrechte" aufgerufen. Die zentrale Aktion heißt "Kinderrechte machen Schule". Schülerinnen und Schüler veranstalten Projekttage zu den international verbrieften Kinderrechten, die vor 20 Jahren in Kraft getreten sind. Zu dieser Aktion kommen Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen in Schulen in ihren Wahlkreisen und diskutieren mit Schülerinnen und Schülern über die Umsetzung der Kinderrechtskonvention - weltweit und in Deutschland. Katrin Kunert nutzte eben diesen Aktionstag, um gemeinsam mit Sigrid Nellessen und mit Schülern über das Thema Demokratie zu sprechen. Ziel war es, die Jugendlichen über ihre Rechte zu informieren, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention, aber auch im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert sind.

"Welches Recht bewegt euch am meisten?", fragte Kunert die Mädchen und Jungen. Die Antwort der Schüler war schnell gefunden: Das Recht auf soziale Sicherung und das Recht auf Bildung. Rechte, die elementar scheinen in einer wirtschaftlich denkenden Gesellschaft. Doch diese Rechte bekämen nicht alle Schüler. "Es fängt schon damit an, dass Eltern sich die Busfahrt zum Gymnasium nicht leisten können und Kinder deswegen auf die Schule im Ort gehen müssen", erklärte Kunert.

Nellessen fragte die Schüler, welches Recht denn noch nicht ausreichend ausgelegt sei. Noch würden viel zu viele Kinder unter Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch leiden, antwortete ein Junge der 9c. Eine große Gefahr, der gerade auch junge Menschen ausgesetzt sind, sei das Internet, erklärten Kunert und Nellessen.

Auch über Homosexualität sprachen Kunert und Nellessen mit der Klasse. Akzeptanz und Respekt vor der Entscheidung, gleichgeschlechtliche Menschen zu mögen, sei wichtig. "Vor allem unter Jugendlichen gibt es noch viele Vorurteile gegen Homosexuelle", sagte Kunert. Das läge oft am Elternhaus, das ein bestimmtes Weltbild vermittelt.

"Ihr seid die Experten für Kinderrechte. Wie kann erreicht werden, über Probleme zu reden?", fragte Kunert. Neben Spenden sammeln sei es auch immer wichtig, über Probleme und Missstände zu reden. Ob in der eigenen Familie oder bei Freunden. Kommunikation löst so manche Probleme. Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Mädchen und Jungen nach der lehrreichen Stunde mit Sigrid Nellessen und Katrin Kunert.

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