Zum Ende des Jahres schließt der Tangermünder Elbpark für immer seine Türen. Am 13. November wird mit "MT Jachi" die letzte große Tanzveranstaltung steigen. Über die Zukunft wird reichlich spekuliert. Dass es an diesem Standort künftig keine großen Veranstaltungen mehr geben wird, ist jedoch so gut wie sicher.

Tangermünde. Haben Sie schon einmal auf dem Burgberg gestanden und den Ausblick auf die Elbe genossen, die Ruhe, die Weite der noch unberührten Natur? Es ist nicht gelogen, wenn manch Einheimischer behauptet, es sei wie ein kleiner Urlaub, einfach mal an der Elbe zu sitzen und die Seele baumeln zu lassen.

Einen solch idyllischen Platz hoch über der Elbe wird jetzt ein Unternehmer aus der Region erwerben. Volker Schubert, Ingenieur für Elektroenergieanlagen und Chef eines mittelständischen Betriebes mit Sitz in Tangerhütte, wird den Elbpark von Eberhard Könnecke kaufen. "Es ist mir bewusst, dass es sich dabei um so etwas wie ein Stück Kulturgut Tangermündes handelt", sagt Volker Schubert in einem Gespräch. Doch dem Unternehmer ist in den vergangenen Monaten, in denen er immer mal wieder einen Blick in das große Bauwerk aus dem Ende des 18. Jahrhunderts geworfen hat, klar geworden, dass er das Objekt so nicht wird weiterbetreiben können.

Dass er mit dieser Meinung nicht allein dasteht, weiß er seit seinem Besuch im Tangermünder Bauausschuss. Hier hatte er im nichtöffentlichen Teil die Möglichkeit, seine Pläne vorzustellen. Und in diesem Gremium hatte er vorgerechnet, an wie vielen Tagen im Jahr wie viele Menschen zu welchem Eintrittspreis eine Veranstaltung besuchen müssten, damit sich ein Betrieb des großen Saals rechnen würde. Ergebnis: für eine Region wie die Altmark einfach nicht machbar.

Deshalb wird der Tangerhütter einen Teil der 6000 Quadratmeter großen Fläche, die an der Hünerdorfer Straße beginnt und am Hang zur Elbe endet, mit Eigentumswohnungen bebauen. Von ihnen aus wird ein Blick auf die Elbe und die Elblandschaft möglich sein – also eine traumhafte und zugleich exponierte Lage. Außerdem lässt Volker Schubert prüfen, ob ein Teil des alten Bestandes erhalten werden kann. Damit ist das Haupthaus an der Hünerdorfer Straße gemeint.

In einem ist sich der Unternehmer schon heute sicher: "Es wird auf jeden Fall eine Aufwertung für Tangermünde." Bei seinen Ideen zur Gestaltung des großen Areals gerät er ins Schwärmen. Bei jedem weiteren Besuch in Tangermünde verliebt er sich mehr in die Stadt.

Auch wenn mit der Übergabe des Elbparks vom Besitz der Familie Könnecke in andere Hände zum Jahreswechsel ein Ort mit Tradition verschwinden wird, so bekommen die, die in der jüngeren Vergangenheit hier immer ihren Platz hatten, zu Beginn des Jahres 2011 ein letztes Mal die Chance, den Elbpark für sich zu nutzen. Gemeint sind die Tangermünder Narren. Drei Prunksitzungen und die Weiberfastnacht werden im März noch darin gefeiert werden können. "Ich übernehme die Betriebskosten", sagt Volker Schubert. Sind die Narren raus, dann wird es an dieser Stelle keine Großveranstaltungen mehr geben. Dann ist der Elbpark Geschichte.