Die Skeptiker behielten recht: Der am 25. November gefasste Gemeinderatsbeschluss über die Verwendung der Konjunkturmittel soll so nicht umgesetzt werden. Es kommt alles ganz anders.

Sülzetal. Der Beschluss zur Verwendung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II wurde am 25. November nach langem Hin und Her und zähem Kampf gefasst. Aber die Arbeitsgruppe des Landkreises hat festgestellt, dass dieser Beschluss nicht umgesetzt werden kann. Mit der Einladung zu einer erneuten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 9. Dezember, geht den Gemeinderäten eine neue Beschlussvariante zu, erfuhr die Volksstimme von Bürgermeister Erich Wasserthal.

In einem Punkt sagte der Beschluss aus, dass die Gemeinde Sülzetal alle drei Grundschulen erhält. Hier müsse nun eingefügt werden: So lange es möglich ist.

Die Mittel aus dem Konjunkturpaket II sollen nämlich nach neuer Auffassung nur zum Teil in die Osterweddinger Schule fließen und zwar in Höhe von 160 000 Euro.

Nur 160 000 Euro für Osterweddingen

Mit diesem Geld könnten Sanierungen im bautechnischen Brandschutz, für die Terrasse, im Speiseraum und in den Toiletten vorgenommen werden.

Ganz neu ist nun die Variante, dass mit den restlichen Fördermitteln in Höhe von 260 000 Euro die Turnhalle am Altenweddinger Sportplatz saniert werden soll, so Erich Wasser-thal.

"Davon war nie die Rede, woher dieser Gedanke jetzt plötzlich kommt, ist mir völlig schleierhaft", ist Altenweddingens Ortsbürgermeister Jörg Methner, zugleich Vorsitzender des Gemeinderates, völlig entgeistert. "Wie erklären wir Orts- und Gemeinderäte das den Bürgern? Wieso kann diese Summe nicht in das leer stehende Sekundarschulgebäude investiert werden? Was soll überhaupt daraus werden, wenn nun die Gemeindeverwaltung nicht dort einzieht?"

Die Verwaltung sollte in das leer stehende Schulgebäude umziehen. "Doch dafür dürfen wir die Mittel aus der Allgemeinen Investitionspauschale nicht verwenden", benennt Bürgermeister Erich Wasserthal den Hintergrund für die nächste Änderung des Beschlusses, über die der Gemeinderat befinden soll.

Verwaltung bleibt in Osterweddingen

"In jedem Fall soll das alte Sekundarschulgebäude als Schulgebäude erhalten bleiben und für die Zukunft als Grundschulgebäude genutzt werden. Da es aber als Schulgebäude außer Dienst gestellt ist, dürfen dort auch die restlichen Fördermittel, die nun in die Turnhalle fließen sollen, nicht eingesetzt werden", erklärt der Bürgermeister weiter. Die Verwaltung werde nicht nach Altenweddingen ziehen, sie bleibt in Osterweddingen.

Weiter Leerstand für die alte Sekundarschule

"Das hört sich ja gut an, dass die alte Sekundarschule zur Grundschule wird und wir damit die Villa für Hort und Kindergarten nutzen könnten, die erhebliche Platzprobleme haben. Doch entscheidend ist für mich der Zeitfaktor. Wie lange soll das Gebäude noch leer stehen? Diese Frage wird hier nicht beantwortet", hält Jörg Methner dagegen.

Wenn am 9. Dezember der Gemeinderat erneut zusammenkommt, gibt es nur den einen Tagesordnungspunkt: die Verwendung der Konjunkturmittel. Die Fraktionen werden beraten, Jörg Methner möchte noch eine Ortschaftsratssitzung einberufen.