Ein Förderverein, der die Arbeit des "Ambulanten Hospizkreises" unterstützen möchte hat sich in Oschersleben gegründet. Die erste Aktion ist ein Kursus, in dem weitere Frauen und auch Männer für die ehrenamtliche Hospizarbeit qualifiziert werden sollen.

Oschersleben l In Oschersleben und Umgebung gibt es 15 Frauen, die ehrenamtlich schwerkranke oder sterbende Menschen betreuen. Sie gehören zum "Ambulanten Hospizkreis Oschersleben", den es seit 2011 gibt. Ganz genau war es am 1. September 2011, als diese 15 Frauen nach einem Ausbildungs-Kursus ihre Zertifikate bekamen. "Die Hospiz-Arbeit in Oschersleben ist seit dem sehr gut und vielversprechend angelaufen. Die Anzahl der Begleitungen ist seit der Gründung kontinuierlich gestiegen und die beteiligten Mitarbeiterinnen haben viele Erfahrungen sammeln können", sagt Martina Wedde, die nun mit mehr als einem Dutzend anderen Frauen und Männern einen nächsten Schritt gegangen ist. Und zwar haben diese Frauen und Männer einen "Förderverein Ambulanter Hospizkreis Oschersleben" gegründet, der unter Leitung von Kerstin Lindenblatt die Arbeit des Hospizkreises organisatorisch und finanziell unterstützen will.

"Damit wurde ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Hospizarbeit im Bördekreis gelegt", so Martina Wedde und sie erinnert daran, dass die ambulante Hospizarbeit in Oschersleben und Umgebung vom Lions Club Oschersleben-Die Börde auf den Weg gebracht worden war. Der unter anderem auch den ersten Ausbildungskursus organisiert sowie finanziert hatte und nun die weitere Arbeit in die Hände des Fördervereins legt.

Der als seine erste Aufgabe die Organisation eines zweiten Hospizhelfer-Ausbildungskurses im Programm hat. "Hospizarbeit wird ganz langsam etwas bekannter in der Öffentlichkeit, man traut sich inzwischen, unsere Dienste anzufordern und anzunehmen", so Martina Wedde: "Das wünschen wir uns noch sehr viel häufiger." Denn einen schwerkranken oder sterbenden Menschen zu betreuen, sei eine Leistung, die meist nicht allein vom privaten Umfeld des Pflegebedürftigen erbracht werden könne. "Der Sterbende ist aber in seinem gewohnten und vertrauten Umfeld im besten Fall umgeben von den Menschen, die er liebt. Und auch für die Angehörigen hat diese Form Vorteile, sie erleben den Sterbeprozess mit, können ihn dadurch oft leichter akzeptieren und sich in Ruhe verabschieden", so Martina Wedde: "Außerdem kommen keine Schuldgefühle in der Art auf, man würde den Sterbenden abschieben und ihn mit seinen Ängsten alleine lassen."

Und damit der "Ambulante Hospizkreis Oschersleben" in Zukunft noch mehr Betroffene unterstützen kann, möchte er weitere Hospizhelfer in seine Reihen holen. Weshalb der neue Förderverein nun einen weiteren Ausbildungskursus vorbereitet und dafür Teilnehmer sucht. "Für die Mitarbeit brauchen die Interessenten keine besonderen beruflichen Qualifikationen. Wichtig ist aber die Bereitschaft und Fähigkeit, sich mitfühlend auf einen anderen Menschen einzulassen und dabei dem Patienten und seinen Angehörigen bis zum Lebensende zur Seite zu stehen", sagt Martina Wedde, die alle Interessenten zu einer Informationsveranstaltung einlädt und ihnen die Möglichkeit anbietet, sich mit dem Hospizkreis in Verbindung zu setzen (siehe Info-Kasten).