Oschersleben (rdö) l Der Oschersleber Stadtrat hat während seiner jüngsten Beratung die von der Verwaltung geplante drastische Kürzung der Öffnungszeiten des Freibades geändert. So dass das Bad jetzt zumindest an den Wochenenden und in den Sommerferien auch vormittags offen sein wird. Das ist nicht zuletzt auf Druck der Bürgerinitiative "Rettet das Freibad" passiert.

Deren Gründungsmitglieder Ines Schreinert und Anke Hustedt haben sich noch einmal zu Wort gemeldet, um andere Entscheidungen sowie Äußerungen, die in der Ratssitzung von der Verwaltung zu hören waren, zu kritisieren. "Es ist immer wieder erschreckend, wenn man sieht, wie im Oschersleber Stadtrat von einigen Fraktionen nebst Bürgermeister der Wille des Bürgers ignoriert wird", sagt Ines Schreinert. Mit dem Kompromiss der Öffnungszeiten müsse man nun leben. "Aber es ist insgesamt erstaunlich, wie man seit dem Bürgerentscheid im Rathaus mit den Vorbereitungen auf die Badesaison umgeht", sagt Ines Schreinert. "Ich schlug noch vor Weihnachten dem Bürgermeister vor, im Falle eines positiven Ausgangs des Bürger- entscheides doch gemeinsam einen Plan B vorzubereiten." Doch man habe das mit der Begründung abgelehnt, dass nach dem Entscheid noch genügend Zeit sei. "Am 6. März erfuhren wir dann in einem Gespräch mit der Verwaltung erstmals von den geplanten Änderungen der Badesaison. Immer wieder ging es in dem Gespräch darum, was alles nicht mehr gehen würde. Auch unser Hinweis, den geplanten Arbeitseinsatz auf einen Sonnabend zu legen, wurde ignoriert. Es ist frustrierend, dass es in dieser Verwaltung keine Flexibilität gibt", so Ines Schreinert.

Anke Hustedt kritisiert vor allem, die in der Ratssitzung gemachte Aussage des Baubetriebsamtsleiters Steffen Czerwienski, dass die Hauptnutzer des Freibades, die nach Meinung Czerwienskis "Kinder und Sozialschwache" seien, auch an einem Wochentag Zeit hätten, an einem Arbeitseinsatz teilzunehmen. "Unabhängig vom sozialen Status, Einkommen, Herkunft, Alter, Nationalität, körperlicher Verfassung und Geschlecht steht unser Freibad allen offen, die Entspannung und Erholung von ihrem wie auch immer gelebten Alltag suchen", reagiert Anke Hustedt. In Badebekleidung gebe es keine Unterschiede zwischen den Nutzern des Freibades. "Die geäußerte Vermutung, ¿Sozialschwache\' hätten werktags Zeit, um freiwillig an einem Arbeitseinsatz teilzunehmen, ist vorurteils- behaftet", sagt Anke Hustedt. Das Freibad würden alle nutzen. Und alle sollten auch die Möglichkeit haben, am besagten Einsatz teilzunehmen. "Da ist es vollkommen unerheblich, welchen sozialen Status der Bürger und Badegast innehat", wie Anke Hustedt sagt.

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