Oschersleben l Es ist sonntags um 6.30 Uhr. Die Oschersleberin Ulrike Laqua tritt in der Kleinen Friedrichstraße vor die Haustür und ruft ihren Kater Paulchen. Ihr Rufen ist vergebens. Der Kater kommt nicht. Seit mittlerweile mehr als zwei Wochen vermisst Ulrike Laqua ihre europäische Kurzhaarkatze, die ihr sehr ans Herz gewachsen ist. Paulchen lebt seit drei Jahren bei der Oschersleberin.

Mit einer Anzeige in der Volksstimme und mit Aushängen hat Ulrike Laqua seit dem Verschwinden ihres Katers versucht, Paulchen auf die Spur zu kommen. Bisher vergebens. Der Kater hat weißes Fell mit schwarz-grau getigerten Flecken. Sein Schwanz ist schwarz getigert. Er ist mit einem Mikrochip versehen und beim Tierschutzverein Tasso registriert. Wer Kater Paulchen gesehen hat, kann mit Ulrike Laqua unter der Telefonnummer (0177)7617260 Kontakt aufnehmen. Im schlimmsten Fall, befürchtet Ulrike Laqua, ist ihr Paulchen das Opfer von Katzenfängern geworden. "Es gibt schlechte Leute, die auch Katzen umbringen", sagt sie voller Sorge.

Diesen Verdacht kann Oscherslebens Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig indes nicht bestätigen. "Wir hatten in den letzten Tage in Oschersleben und in den Ortsteilen keine Fälle von vermissten Katzen auf dem Tisch", sagt er auf Volksstimme-Nachfrage. Sein Amt bereite zurzeit eine Aktion vor, bei der im Wohngebiet "Wasserrenne" und im Alten Dorf streunende Katzen eingefangen werden, um sie von einem Tierarzt kastrieren beziehungsweise sterilisieren zu lassen. Damit soll verhindert werden, dass die Katzenpopulation in Oschersleben extrem weiter wächst. Zusammen mit dem Entwurmen und dem Entflöhen fallen dafür nach Ludwigs Angaben pro Katze Kosten in Höhe von 100 Euro an. Kosten, die die Stadt aus ihrem Haushalt bezahlt. Wie viele Katzen behandelt werden, kann Ludwig noch nicht sagen. "Es gibt viele kleine Katzen in diesem Jahr", befürchtet er eine hohe Anzahl.

"Im Bereich des Revierkommissariates Oschersleben gibt es keine Anzeigen wegen Tierquälerei oder Anzeichen dafür, dass Katzen verschwinden", sagt Joachim Albrecht, Pressesprecher des Polizeireviers Börde in Haldensleben, auf Anfrage der Volksstimme.