In einem Gemeinschaftsprojekt haben Eltern, deutsche und schwedische Berufsschüler sowie Beschäftigte der Werkstatt für behinderte Menschen in Oschers- leben eine Wasserspielanlage geschaffen.

Oschersleben l Zum 19. Mal sind an den Berufsbildenden Schulen in Oschersleben sechs Austauschschüler aus Schweden zu Gast. Zusammen mit ihren sechs deutschen Gastschülern lernen Lehrlinge aus dem schwedischen Filipstad das duale Bildungssystem an der Europaschule kennen. Sie erkundeten zudem die Börde, Magdeburg und Berlin. Nach einer Abschlussparty und einem Familienprogramm treten die jungen Schweden am Donnerstag die Heimreise ins Land der Elche an. Die deutschen Schüler waren im Herbst 2012 zu Gast an der schwedischen Partnerschule.

Wichtiger Bestandteil des Lehrlingsaustauschprogramms war die Projektarbeit in der Oschersleber Kindertagestätte "Wawuschel" in der Wilhelm-Heine-Straße, einer Außenstelle des Hauptsitzes in der Triftstraße. Diese integrative Kindertagesstätte nutzt zusammen mit dem AWO-Kindergarten "An den 7 Bergen" den Spielplatz im Freien. Auf diesem entstand bei der Projektarbeit eine Wasserspielanlage.

"Es gibt nichts Schöneres für Kinder, als mit Wasser zu spielen und zu matschen", sagt die angehende Erzieherin Sophie Gruve. Die 25-jährige Mutter von Floyd Esser (3), der die Kindertagesstätte besucht, hatte die Idee, die Wasserspielanlage zu bauen. Partner bei der Umsetzug des Projektes fanden die Kindertagesstätten bei Eltern und neben den Berufsschülern bei der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung Oschersleben.

Unter der Anleitung von Christian Esser, dem Vater von Floyd, erledigten in der Werkstatt für behinderte Menschen Thomas Zick und Frank Klementa aus Oschersleben sowie Sebastian Kraft aus Wanz- leben die Holz- und Tischlerarbeiten. Die deutschen und schwedischen Austauschlehrlinge, Eltern und unterstützende Firmen sorgten für die Betonarbeiten und den Aufbau der Anlage. Viele Sponsoren halfen dabei, das Projekt zu finanzieren.

"Ich hätte nicht gedacht, dass das Projekt in der kurzen Zeit von nur sechs Wochen umgesetzt werden konnte", freute sich Andreas Schmidtgen, Vorsitzender des Börde-Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Oschersleben. Den materiellen und ideellen Wert des Projektes vermochte er nicht hoch genug einzuschätzen. Eine vergleichbare Wasserspielanlage aus dem Katalog koste nach Schmidtgens Einschätzung um die 15000 Euro.

Bei bestem Frühlingswetter weihten Kinder, Erzieherinnen und ihre Partner die Wasserspielanlage ein. Floyd Esser und Frank Klementa schnitten das obligatorische rote Band durch. Mit vereinten Kräften zogen die Mädchen und Jungen der Kitas "Wawuschel" und "An den 7 Bergen" ein buntes Tuch vom neuen Spielgerät. Dann hieß es: "Wasser marsch!" Der Hahn wurde aufgedreht und das Wasser plätscherte über Rinnen, über Wasserräder, Staustufen in ein Auffang- becken. Entlang der etwa sechs Meter langen Anlage hatten die Kinder genügend Möglichkeiten, mit dem Wasser zu spielen. Gut, wer von den Kleinen eine Wathose aus Gummi anhatte. Stolz schauten die Erbauer der Anlage zu, wie begeistert die Kinder das Wasserspiel in Besitz nahmen. Stolz waren auch Berufsschullehrer Elmar Wedde und "Wawuschel"-Chefin Susanne Specht, die das Projekt leiteten. Dann hieß es: "Eis für alle!" Ein ereignisreicher Nachmittag auf dem Spielplatz zwischen den Kindertagesstätten ging zu Ende.

 

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