Dass die Radfahrer Bedarf an Radwegen signalisieren, hatten die Mitglieder des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses der Stadt Wanzleben – Börde bereits in ihre vorigen Sitzung festgestellt. Das Radwegekonzept der Einheitsgemeinde schien aber wenig ausgereift zu sein, so dass in der Sitzung am Montag die Diskussion um die Radwege fortgesetzt wurde.

Stadt Wanzleben – Börde. Anhand einer Karte zeigte Klaus Wrüske als Vertreter der Verwaltung, dass in der Einheitsgemeinde einige Radwege existieren. "Wir haben sehr wenige Radwege, eigentlich nur den Börderadweg von Hohendodeleben über Wanzleben nach Meyendorf, in Seehausen ein Stück bis zum Friedhof und den Aller-Radweg in Eggen-stedt", erklärte Klaus Wrüske. Außerdem sei ein Telegrafen-Radweg in Planung, der aber auch fast identisch mit dem Börderadweg verlaufen würde.

Ganz frisch sei zudem eine Anfrage, die einen Radweg von Berlin nach Hameln und zurück betreffen würde. Aber auch dieser nutze größtenteils den bereits vorhandenen Börderadweg. Ein Vorteil wäre nur, dass dieser Weg nicht in Meyendorf nach Ampfurth abbiegen würde, sondern weiterführen würde in Richtung Seehausen und Eggenstedt.

Erika König, Ordnungsamtsleiterin in der Verwaltung, informierte, dass der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Hildesheim diesbezüglich seinen Wunsch geäußert hatte, dass dieser Radweg noch besser ausgeschildert werden sollte, in Richtung Berlin mit einem Brandenburger Tor und in Richtung Hameln mit einem Rattenfänger. Die Krux an der Sache: Die Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde soll die Beschilderung und die damit verbundenen Kosten selbst übernehmen.

Das stieß bei den Ausschussmitgliedern nicht auf positive Resonanz. Jürgen Schmidt beispielsweise erinnerte sich, dass jeder, der an der Autobahn ein Hinweisschild auf eine Örtlichkeit aufstellen will, dafür zur Kasse gebeten wird.

Dennoch ging es den Mitgliedern des Ausschusses nicht nur um die wenigen vorhandenen Radwege, sondern um die Möglichkeiten, wie das Radwegenetz vielleicht noch erweitert werden könnte. "Wir kommen nicht umhin, als Radfahrer die Landstraßen mitzubenutzen", merkte Klaus Wrüske an. Sein Vorschlag belief sich darauf, dass erst einmal ermittelt werden sollte, welche Feldwege für überregionale Verbindungen, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Straße der Romanik, von Bedeutung sind und ausgebaut werden könnten. Die Verbindungen zu den Orten, die aus finanziellen Gründen hinten angestellt werden müsste, könnte man an diese Wege angliedern.

Da landwirtschaftliche Wege generell von Radfahrern befahren werden könnten, drehten sich die Gedanken bei einigen Ausschussmitgliedern noch gar nicht einmal so ums Geld. Ihnen ging es lediglich erstmal um die Erstellung einer Übersicht in Form einer Karte, die alle von Radfahrern nutzbaren Wege beinhaltet. Einige Wege müssten vielleicht nicht einmal ausgebaut werden, so lautete ein Argument. Der Ausschussvorsitzende Martin Christian Heine und Mitglied Jürgen Wichert waren sich einig, dass bei dieser Auflistung auch die Ortschaftsräte mit einbezogen werden sollten, da sie sich wohl am besten mit den Wegen ihrer Orte auskennen.

Michael Biere gab den Hinweis, dass man, wenn man ein Konzept dieser Art erstelle, auch die Kommunikation mit den Landwirten, die landwirtschaftlichen Wege für ihre Arbeit nutzen, nicht vergessen sollte. So könne man auch um gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme werben. Zudem sollten sich die Landwirte vom Radwegekonzept nicht übergangen fühlen.

Für diesen Hinweis gab es volle Zustimmung der Ausschussmitglieder, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des Hinweises von Erika König, dass mittlerweile knapp 20 Kilometer landwirtschaftliche und kombinierte Radwege im Gebiet der Einheitsgemeinde ausgebaut worden sind.