Der Harbker Schlosshof ist um eine "Attraktion" reicher. Am Donnerstag voriger Woche wurde die neu geschaffene Naturbühne übergeben. Fortan wird sie als Schauplatz für Veranstaltungen dienen, die vermehrt auf dem Gut stattfinden sollen.

Harbke. Der etwa 15x10 Meter große Steinquader-Aufbau geht auf eine Idee des Harbker Arbeitskreises für Tourismus und Ortsentwicklung zurück, eingerührt schon vor ziemlich genau zwei Jahren, als die Beräumungsarbeiten auf dem Schlosshof volle Fahrt aufnahmen. Allerdings sollte das Vorhaben gar nicht so problemlos vonstatten gehen, wie man meinen könnte. Bürgermeister Werner Müller blickte auf das hürdenreiche Projekt zurück, das mit der Antragstellung durch den Arbeitskreis am 22. Oktober 2008 begann: "Das Ganze wurde durch die Denkmalschutzbehörde damals erst einmal abgelehnt. Da wurde klar, dass die Umsetzung wohl schwieriger wird als gedacht." Bedenken wurden geäußert, weil eine Bühne ja nie zur Peripherie des Schlosshofes gehört hatte und die geschützte historische Anlage somit nicht mehr über ihre ursprüngliche Grundgestaltung verfügen würde.

Man warf jedoch nicht gleich das Handtuch, sondern blieb am Ball und lud Vertreter des Denkmalschutzes zu einem Ortstermin ein, bei dem die Idee näher erläutert wurde. Mit Erfolg, man konnte sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Der beinhaltete vor allem die Garantie des kompletten Rückbaus, also dass die Bühne jederzeit wieder entfernt werden könne, ohne dabei originale Gemäuer zu tangieren.

"Die denkmalrechtliche Genehmigung lag dann schnell vor, die Baugenehmigung mit 19 Auflagen erreichte uns erst im Juni 2009 – schön und gut, nur wer baut‘s?", erinnerte Werner Müller an die Frage der praktischen Umsetzung. Hier nun kam die Kommunale Sanierungsgesellschaft ins Spiel, die um Projekte für ihre Arbeitskräfte bat. "Mit der KSG hatten wir immer gute Erfahrungen gemacht, es sprach also nichts dagegen, das wir den Auftrag an sie übergeben", so Müller. Dazu kamen freiwillige Leistungen der Harbker, wobei sich insbesondere die Schützengesellschaft mit den Erdarbeiten für die Stromversorgung hervortat. Ganz kostenlos ging das Projekt für die Gemeinde buchstäblich nicht über die Bühne. "Wir haben 3500 Euro eingesetzt", erklärte der Bürgermeister. Das Grundmaterial aber gab es gratis: Für die Umrandung wurden riesige Steinblöcke aus dem Schlossgraben verwendet.

Zur Freude aller Beteiligten hat das langwierige Vorhaben nun ein erfolgreiches Ende gefunden. Kurt Bauling als einer der Initiatoren meinte: "Vor vier, fünf Jahren war das hier ein einziger Trümmerhaufen. Inzwischen hat sich aber vieles getan. Die Bühne ist ein zukunftsträchtiges Merkmal, weil der Schlosshof immer mehr in den Mittelpunkt für Tourismus und Veranstaltungen rückt." Und Bauling schob noch einen Seitenhieb auf das behördliche Prozedere nach: "Ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig werden kann. Wir haben acht verschiedene Varianten zur Gestaltung des Platzes auf den Weg gebracht."

Erster Höhepunkt rund um die Naturbühne wird der Harbker Weihnachtsmarkt, wie Werner Müller verriet. Eine offizielle Einweihungsveranstaltung werde dann fürs nächste Jahr geplant. Die Witterung habe das jetzt einfach nicht mehr zugelassen.

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