Die Hospitalstraße in Wanzleben soll ausgebaut werden, und nach Willen der Mitglieder des Bauausschusses des Stadtrates auch noch in diesem Jahr. Im nichtöffentlichen Teil der Ausschuss-Sitzung am Mittwoch haben sie sich, trotz der Bürgerproteste im Vorfeld, für die Vergabe der Baumaßnahme entschieden.

Wanzleben. Die Angst, ihre Straße könnte über Monate eine Baustelle sein, trieb die Anwohner der Wanzleber Hospitalstraße am Mittwochabend in das Rathaus. Im nichtöffentlichen Teil der Bauausschuss-Sitzung hatten die Mitglieder über die "Vergabe der Baumaßnahme Hospitalstraße im Ortsteil Wanzleben" zu entscheiden. Nachdem bekannt geworden war, dass die Baumaßnahme Anfang November beginnen werden, schlugen die Wellen bei den in der Hospitalstraße ansässigen Gewerbetreibenden und den Anwohnern hoch. Was ist, wenn der Winter früh kommt und lange bleibt? Würde die Straße, wenn die Bauarbeiter durch den Frost nicht arbeiten können, dann als Baustelle liegenbleiben und unpassierbar sein?

Da sich die Bauausschuss-Sitzung nahtlos an die Sprechstunde des Ortsbürgermeisters Sandro Meyer anschloss und der Bauamtsleiter Olaf Küpper bereits vor der Ausschuss-Sitzung vor Ort war, nutzten die Anwohner – nicht zuletzt wegen des fehlenden Rederechts in der Ausschuss-Sitzung – gleich die Gelegenheit, ihre Bedenken zu klären. Bereits vor Wochenfrist hatte sich Anlieger Marten Heinrichs auch in der Volksstimme dafür ausgesprochen, dass der Baustart auf Frühjahr 2011 verschoben werden sollte (siehe Ausriss).

Von der Forderung rückten die Anwohner, nachdem Marten Heinrichs und Martin Schindler mit Olaf Küpper gesprochen hatten und sich mit weiteren Anwohnern verständigt hatten, etwas ab. Jedoch beharrten sie darauf, dass auch während einer Zeit des Baustopps die Durchfahrt immer gewährleistet werden sollte. Marten Heinrichs als Filialleiter der Apotheke an der Hospitalstraße ist darauf besonders angewiesen. Denn nicht nur Kunden und Lieferanten müssen seine Apotheke erreichen können, er muss auch die Versorgung von Pflegeheimen mit Medikamenten und den Notdienst absichern.

Andererseits ist den Anwohnern auch bewusst, dass der Ausbau nötig ist. Nichtzuletzt dem Fußweg ist das Alter anzusehen. Überall machen Stolperfallen gerade älteren Menschen mit Rollator oder Kindern das Leben schwer.

Da die Bauausschussmitglieder der Vergabe der Bauleistungen jetzt zugestimmt haben, könnten schon ab der zweiten Novemberwoche die Baumaschinen rollen und die Bauarbeiter mit dem grundhaften Ausbau in dem etwa 140 Meter langen Abschnitt zwischen der Hohen und der Langen Straße beginnen. "Der Ortsbürgermeister Sandro Meyer hat vor der Abstimmung auch noch sein Votum abgegeben und befürwortet, jetzt noch anzufangen", erklärte Bauamtsleiter Olaf Küpper auf Nachfrage der Volksstimme.

Bevor allerdings die Bauarbeiter das Projekt in Angriff nehmen, sollen die Einwohner – wie übrigens vor jeder Baumaßnahme – in einer Einwohnerversammlung über die bevorstehende Baumaßnahme und alle damit zusammenhängenden Probleme aufgeklärt werden. Der Termin ist für den kommenden Dienstag, 2. November, um 17.30 Uhr im Wanzleber Rathauskeller angesetzt. Und sollten während der Bauarbeiten Probleme auftreten, wird der Polier vor Ort in der Regel der Ansprechpartner sein.