Noch ist nicht entscheiden, ob die Kreismusikschule Oschersleben den Namen Kurt Masur tragen wird. Der Kreistag wird sich damit erst beschäftigen, wenn die Gremien der Musikschule einen Antrag auf Namensvergabe gestellt haben.

Oschersleben/Haldensleben. Mit der Idee, die Kreismusikschule Oschersleben nach Kurt Masur zu benennen, machte Kreis-Dezernent Joachim Hoeft die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses des Kreistages in der jüngsten Sitzung bekannt. Der Oschersleber Stadtrat Dr. Frank Gebhardt (CDU) hatte in einer Stadtratssitzung den Vorschlag unterbreitet, die Musikschule nach dem weltberühmten Dirigenten zu benennen, denn Kurt Masur hat in der Nachkriegszeit einige Jahre seiner Jugend in Oschersleben verbracht.

Der damalige Kantor Lukat gab Masur Klavierunterricht und bestärkte ihn in seinen Zielen. Von Oschersleben aus ging Masur zum Studium ans Leipziger Konservatorium. Auch nach der Wende war Masur nochmal in Oschersleben. Er begleitete seine Frau Tomoko Masur, die Sopranistin sang bei Weihnachtskonzerten in der Oschersleber Kirche St. Marien.

Inzwischen ist auch die Zustimmung des Dirigenten zu einer Namensgebung für die Schule bekannt. Volksstimme hatte den weltberühmten Dirigenten angeschrieben und von Masur eine zustimmende Antwort erhalten. Auch hatte Masur, der kürzlich in Deutschland den Classic-Echo verliehen bekam, zugesagt, zur Namensverleihung nach Oschersleben zu kommen.

Allerdings liegt im Landratsamt noch kein Antrag auf die Verleihung des Namens vor, verdeutlichte Hoeft. Bei der Verleihung von Namen an Schulen in Trägerschaft des Landkreises müsse die Schule einen Antrag an den Landkreis stellen, der wird dann im Kultur- und Sozialausschuss vorgestellt und anschließend im Kreistag bestätigt. In der Schule müsse die Gesamtkonferenz den Antrag beschließen. Das ist an einer Musikschule zwar so nicht möglich, aber eine Bestätigung vom Lehrerkollegium und vielleicht auch das Echo von Schülergruppen der Schule wären möglich, sagte Hoeft. Ohne den Nachweis, dass sich die Schule selbst mit einem Namen identifiziert, sei eine Verleihung nicht möglich.

Bisher gibt es nur ein Schreiben des Oschersleber Bürgermeisters Dieter Klenke an den Kreistagspräsidenten Dr. Karl-Heinz Daehre, aber keinen Antrag vom Musikschulleiter. Damit kann der Kreistag noch keine Entscheidung treffen.

"Wir sind noch in der Entscheidungsfindung und wollen uns nicht unter zeitlichen Druck setzen lassen", sagte Hartmut Sievert, Leiter der Kreismusikschule Oschersleben, auf Volksstimme-Anfrage. Das Kollegium der Musikschullehrer sowie der Förderverein als Elternvertretung haben die Namensvergabe diskutiert, seien jedoch noch zu keinem Ergebnis gekommen.