Der wuchernde Riesenbärenklau ist in den vergangenen Jahren in Osterweddingen erfolgreich bekämpft worden. Im Mai 2011 hatte ein Osterweddinger Bürger auf die Pflanze aufmerksam gemacht. Seit dieser Zeit nimmt sich der Landschaftspflegeverband "Grüne Umwelt" Schwaneberg des Problems an.

Sülzetal l Die Bekämpfung des Riesenbärenklaus, auch Herkulesstaude genannt, nahm im Hemmsack entlang des Parkweges in Osterweddingen ihren Anfang. Dort war der Weg, Ausgangspunkt für Spaziergänge, beinahe komplett vom Riesenbärenklau zugewuchert. Der Landschaftspflegeverband "Grüne Umwelt" mit Sitz in Schwaneberg hatte sich beim Kampf gegen die Pflanze den Hut aufgesetzt.

Wichtig war und ist, die Pflanzen zu beseitigen, ehe sie blühen und Samen werfen. Pro Jahr kann eine Blüte bis zu 20 000 Samen bilden, welche als Samenbank über viele Jahre dann im Boden keimfähig bleiben. Als 2011 mit der Bekämpfung begonnen wurde, passierte dies mit einem "Gift", welches auf die Pflanzen aufgetragen wurde. Das Spritzen wollten die Mitarbeiter der "Grünen Umwelt vermeiden, damit andere Pflanzen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Gerade im ersten Jahr war die "chemische Keule" angebracht, da sich der Riesenbärenklau auf dem Areal am Park doch schon sehr stark ausgebreitet hatte.

Ein Jahr später waren die Erfolge bereits sichtbar. Direkt am Parkeingang und abseits des Weges ist die Pflanze erfolgreich ausgemerzt. Der Schwerpunkt der Bekämpfung lag im vergangenen Jahr zwar auch im Osterweddinger Park, aber entlang der Sülze und in Nähe einer Wiese, an die sich bereits eine Bebauung anschließt. Standen im vergangenen Jahr hier die Pflanzen noch dicht an dicht und hoch geschossen, konnten gestern keine mehr entdeckt werden.

Und das obwohl hier entlang der Sülze keine Herbizide eingesetzt wurden und sich die Beseitigung schwieriger gestaltete, weil die jetzige Projektleiterin Claudia Bohner. mechanisch vorgehen musste. Das heißt: Ein sogenannter Wurzelstich war zu setzen. Die Wurzel, die einer Rübe gleicht, wird dabei geköpft. Das bewirkt, dass der obere Teil der Pflanze abstirbt. Jedoch war der Wurzelstich am Graben durch den sehr steinigen Untergrund nur schwer auszuführen.

Um so mehr freut sich Claudia Bohner, dass die Aktion aus dem Vorjahr so erfolgreich war. In diesem Jahr und auch gestern war sie vor allem mit der Gartenschere unterwegs. Damit schneidet sie die Blüten der noch wenigen vorhanden Pflanzen auf der Wiese an der Sülze ab. Die Blüten verstaut sie sicher und vorsichtig in einem Plastesack, damit sich die Samen nicht doch noch durch den kleinsten Lufthauch verbreiten können.

Inzwischen ist bekannt, dass sich der Riesenbärenklau auch an anderen Stellen im Sülzetal verbreitet. Aktuell wurden Pflanzen auf einem brach liegenden Grundstück in Langenweddingen gemeldet.

Claudia Bohner ruft erneut die Bürger auf, Standorte der Herkulesstaude dem Landschaftspflegeverband "Grüne Umwelt", Am Anger 4, in Schwaneberg, über Telefon (039 205) 23 770 oder Mail: lpvgrueneumwelt@web.de. zu melden. Hier können interessierte Bürger auch Informationen zu den Bekämpfungsmethoden bekommen, denn dabei gibt es Einiges zu beachten, da das Berühren der Blätter gefährlich für den Menschen werden kann.

Wer dem Riesenbärenklau selbst zu Leibe rücken möchte, sollte jeden direkten Kontakt mit der Pflanze vermeiden und Schutzkleidung wie Overall, feste Schuhe, Schutzbrille und Handschuhe tragen.

Wie Claudia Bohner berichtet, beschäftigen sich auch das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) und die Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts beim UfU (Korina) mit dem Riesenbärenklau. Um mehr über die Verbreitung, Entwicklungen und Auswirkungen zu erfahren, sind die genannten Einrichtungen auch für eine Kartierung auf Hilfe angewiesen.

Informationen, Artenlisten oder ein Meldeformular finden interessierte Bürger auf: www.korina.info.

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