Oschersleben/Magdeburg l In der Magdeburger Lukasklause ist noch bis zum 24. August eine Ausstellung zu sehen, in der Werke von Bewohnern des Matthias-Claudius-Hauses Oschersleben präsentiert werden. Unterstützt wurden die ausstellenden Künstler von der Magdeburger Otto-von-Guericke-Stiftung, welche die zahlreichen Kunstwerke rahmen und aufhängen ließ. Eine Mappe mit 50 Bildern der Künstler rundet das Ausstellungsangebot zusätzlich ab.

Nach Angaben der Veranstalter ist es vor allem Sylvia Bage zu verdanken, dass die Werke ausgestellt werden. Ihr Sohn Raimund ist Bewohner der Oschersleber Einrichtung und nimmt seit langem an dem Kreativkurs teil, in dem die Werke geschaffen wurden. Ba- ge betrachtet das kreative Engagement ihres Sohnes als eine Form der Persönlichkeitsentwicklung. "Er stellt in seinen Bildern Gefühle und Gedanken dar", sagt sie. Eine Beobachtung, die auch Horst Karberg teilt. Der 72-jährige Mann ist pensionierter Kunstlehrer und leitet den Kreativkurs in der Einrichtung. "Ich will keine Künstler kreieren", sagt er über die Arbeit in dem Kurs. "Sie sollen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und sie darstellen können", meint er.

Karberg liegt viel daran, dass seine Schützlinge ihre Kreativität ausleben. Ob sie ihr Werkzeug, Pinsel und Stift, dabei richtig halten, ist für ihn nebensächlich.

Die Ausstellung in den Magdeburger Räumen ist nicht die erste, die mit den Werken der Claudius-Künstler ausgestattet ist. Im Amtsgericht Oschersleben und der "Kleinen Galerie" in Druxberge wurden die Kunstwerke bereits gezeigt.

Der Betreuer der Künstler, Horst Karberg, erklärt, dass er deren Behinderungen nicht bemerken würde. "Ich bin medizinisch nicht interessiert, wenn sie so wollen", erklärt er pragmatisch.

Das Angebot des Kreativkurses ist eine arbeitsbegleitende Maßnahme, wie die Leiterin der Werkstatt am Pfefferbach, Doreen Schnee, erklärt. Therapeutische Zwecke sollen damit nicht verfolgt werden. Wichtiger sei es, dass die Kursteilnehmer ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Außer dem Kreativkurs werden durch das Matthias-Claudius-Haus auch Sportgruppen für Fußball oder Schwimmen organisiert. Jeder Mitarbeiter der Einrichtung darf jedoch nur an einer Maßnahme teilnehmen, wie Schnee bedauert.